Zahnimplantat — Zahnärztin Dr. Christina Dickel in München-Oberföhring

Zahnimplantate: Ablauf & Haltbarkeit 2026 — für Patienten in München

Verfasst von Dr. Christina Dickel · Zuletzt geprüft: 24.04.2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Zahnimplantat ist eine künstliche Zahnwurzel aus Titan oder Zirkonoxid, die fest in den Kieferknochen einheilt und einen verlorenen Zahn anatomisch ersetzt.
  • Behandlungsdauer: insgesamt 3 bis 9 Monate vom Erstgespräch bis zur finalen Krone — je nach Einheilzeit und ob ein Knochenaufbau notwendig ist.
  • Schmerzen: Das Setzen erfolgt unter lokaler Betäubung komplett schmerzfrei. Nach dem Eingriff für 2 bis 5 Tage leichte Schwellung und Druckgefühl, in der Regel mit Ibuprofen 400 mg gut beherrschbar.
  • Haltbarkeit: wissenschaftlich dokumentiert etwa 95 Prozent nach 10 Jahren, rund 90 Prozent nach 20 Jahren — Voraussetzung sind Nichtrauchen und gute Mundhygiene.
  • Vorteil gegenüber der Brücke: Nachbarzähne werden nicht beschliffen. Vorteil gegenüber der Prothese: Kaukräfte werden wie am natürlichen Zahn in den Knochen geleitet und verhindern Knochenabbau.
  • Kontraindikationen: aktive Parodontitis (muss vorbehandelt sein), starkes Rauchen, unkontrollierter Diabetes, Bisphosphonat-Therapie und Alter unter 18 Jahren (noch wachsender Kiefer).
  • Knochenaufbau wenn: die Knochenhöhe unter 6 mm oder die Breite unter 5 mm liegt — häufig im Oberkiefer-Seitenzahnbereich nach längerer Zahnlosigkeit.
  • Kontrollintervall: halbjährliche professionelle Zahnreinigung plus jährliche Röntgenkontrolle des Implantats, um Periimplantitis frühzeitig zu erkennen.

Was ist ein Zahnimplantat?

Ein Zahnimplantat ist eine künstliche Zahnwurzel, die in den Kieferknochen eingesetzt wird und dort einem verlorenen Zahn dauerhaft Halt gibt. Im Gegensatz zur Brücke, die gesunde Nachbarzähne als Pfeiler nutzt, und zur herausnehmbaren Prothese, die auf dem Zahnfleisch aufliegt, ersetzt das Implantat die Zahnwurzel anatomisch und funktional.

Ein vollständiges Implantat besteht aus drei Komponenten:

  • Implantatkörper — die eigentliche künstliche Wurzel, meist aus Titan, seltener aus Zirkonoxid. Sie wird in den Kieferknochen eingeschraubt und verwächst im Laufe von 2 bis 6 Monaten fest mit dem Knochen. Dieser Prozess heißt Osseointegration und ist entscheidend für die Langzeitstabilität.
  • Abutment (Aufbau) — das Verbindungsstück zwischen Implantatkörper und Zahnkrone, das nach der Einheilung auf das Implantat gesetzt wird und durch das Zahnfleisch nach außen ragt.
  • Suprakonstruktion — die eigentlich sichtbare Versorgung: eine Einzelkrone, eine implantatgetragene Brücke oder eine fixierte Prothese auf mehreren Implantaten.

Der entscheidende biologische Vorteil gegenüber Brücke und klassischer Prothese: Das Implantat leitet Kaukräfte wie die natürliche Zahnwurzel in den Kieferknochen weiter und verhindert dadurch den Knochenabbau, der nach Zahnverlust regelhaft einsetzt. Bei einer Brücke müssen außerdem die beiden Nachbarzähne beschliffen werden — beim Implantat bleibt umliegende Zahnsubstanz unangetastet.

In der modernen Zahnmedizin gilt das Implantat bei ausreichendem Knochenangebot und gesundem Parodont als erste Wahl zum Ersatz einzelner Zähne.

Wann ist ein Implantat sinnvoll — und wann nicht?

Ein Implantat ist immer dann die zahnmedizinisch hochwertigste Lösung, wenn ein natürlicher Zahn nicht mehr erhalten werden kann und gleichzeitig keine medizinischen Gründe dagegen sprechen. Die Entscheidung treffen wir anhand einer klinischen Untersuchung, einer 3D-DVT-Aufnahme zur Beurteilung des Knochenangebots und Ihrer allgemeinen Gesundheitssituation.

Typische Indikationen:

  • Einzelzahnlücke im Front- oder Seitenzahnbereich — das Implantat ersetzt einen einzelnen Zahn, ohne die Nachbarzähne zu beschleifen.
  • Schaltlücke (eine Lücke zwischen zwei Zähnen) — Alternative zur Brücke, besonders wenn die Nachbarzähne gesund und unbeschliffen sind.
  • Freiendsituation (fehlende Backenzähne am Kieferende) — hier fehlt für eine klassische Brücke der hintere Pfeiler, das Implantat ist die Lösung der Wahl.
  • Zahnloser Kiefer — 4 bis 6 Implantate tragen eine festsitzende Brücke (All-on-4-Konzept) oder eine herausnehmbare, aber sicher verankerte Prothese.

Gegenanzeigen, die vor der Implantation geklärt werden müssen:

  • Aktive Parodontitis — muss zuerst erfolgreich vorbehandelt werden, sonst droht auch am Implantat ein entzündlicher Knochenabbau (Periimplantitis).
  • Starkes Rauchen — erhöht das Einheilungsrisiko und die Langzeit-Verlustrate deutlich.
  • Unkontrollierter Diabetes mellitus — verzögerte Wundheilung und erhöhtes Infektionsrisiko.
  • Laufende Bisphosphonat-Therapie (z. B. bei Osteoporose oder Tumoren) — Risiko einer Kiefernekrose, internistische Abstimmung erforderlich.
  • Patienten unter 18 Jahren — der Kiefer wächst noch, das Implantat würde an Ort und Stelle verbleiben, während sich Nachbarzähne weiter verschieben.

Gegenüber einer Brücke schont das Implantat die Nachbarzähne (eine Brücke erfordert das Beschleifen der Pfeilerzähne). Gegenüber einer herausnehmbaren Prothese verhindert es den Knochenabbau und gibt mehr Kaukraft zurück.

Brücke oder Implantat im Vergleich →

Arten von Zahnimplantaten: Material und System

Die Auswahl des richtigen Implantats hängt von Material, System-Hersteller und Behandlungsprotokoll ab. Für die allermeisten Patienten ist Titan im zweiteiligen Standardprotokoll die sicherste und am besten dokumentierte Wahl.

Material: Titan oder Zirkonoxid?

  • Titan ist mit über 95 Prozent aller weltweit gesetzten Implantate der Goldstandard. Titan besitzt eine einzigartige Eigenschaft: Die Oberfläche wächst biologisch mit dem Knochen zusammen (Osseointegration). Es gibt eine mehr als 30-jährige wissenschaftliche Dokumentation mit belastbaren Langzeitdaten. Allergien auf reines Titan sind extrem selten.
  • Zirkonoxid (Keramikimplantat) ist metallfrei, weiß und damit ästhetisch vorteilhaft bei dünnem Zahnfleisch im Frontzahnbereich. Nachteile: Die Langzeitdaten reichen noch nicht so weit zurück wie bei Titan, und bei einigen Systemen ist die prothetische Versorgung weniger flexibel. Für Patienten mit Metallfrei-Anspruch oder nachgewiesener Titan-Unverträglichkeit eine Option.

System-Hersteller. Etablierte Hersteller mit langer Tradition und belastbarer Forschungsdatenbasis sind unter anderem Straumann (Schweiz), Nobel Biocare (Schweden/USA) und Camlog (Deutschland). Alle drei Systeme bieten über Jahrzehnte verfügbare Ersatzteile und prothetische Komponenten — ein wichtiger Aspekt, falls in 15 Jahren eine Krone erneuert werden muss.

Einteilig oder zweiteilig?

  • Zweiteilige Implantate (Standard): Implantatkörper und Abutment sind getrennt. Der Körper heilt verschraubt unter dem Zahnfleisch ein, das Abutment wird erst nach der Einheilung montiert. Vorteil: geschützte Einheilung, flexible Prothetik.
  • Einteilige Implantate: Körper und Abutment sind aus einem Stück. Werden seltener verwendet, meist in besonderen Situationen mit begrenztem Knochenangebot.

Sofortimplantat vs. Standardprotokoll. Beim Sofortimplantat wird der Implantatkörper unmittelbar nach der Zahnextraktion in die frische Alveole gesetzt — bei idealen Bedingungen (entzündungsfreier Befund, stabiles Knochenangebot) möglich. Das Standardprotokoll sieht 2 bis 3 Monate Ausheilung der Extraktionswunde vor, danach erst die Implantation. Die Wahl hängt vom konkreten Befund ab; wir entscheiden das gemeinsam nach DVT-Auswertung.

Ablauf einer Implantat-Behandlung — Schritt für Schritt

Vom Erstgespräch bis zur finalen Krone dauert die Implantat-Behandlung in der Regel 3 bis 9 Monate. Der zeitliche Rahmen hängt vor allem davon ab, ob ein Knochenaufbau notwendig ist und in welchem Kiefer das Implantat sitzt (Unterkiefer heilt schneller als Oberkiefer).

  1. Beratung und 3D-DVT-Diagnostik (30 bis 45 Minuten): Ausführliches Gespräch zu Ihrer Situation, klinische Untersuchung, digitale Volumentomographie (DVT) zur exakten Vermessung von Knochenhöhe, Knochenbreite und Nähe zu anatomischen Strukturen (Nervkanal im Unterkiefer, Kieferhöhle im Oberkiefer). Im Anschluss Aufklärung, Materialwahl und Heil- und Kostenplan (HKP).
  2. Gegebenenfalls Knochenaufbau (optional, 3 bis 6 Monate Wartezeit): Bei unzureichendem Knochenangebot wird zunächst augmentiert (Sinuslift, Knochenspan, Ersatzmaterial). Nach der Augmentation braucht der Knochen 3 bis 6 Monate, um tragfähig auszureifen. Details im Abschnitt zum Knochenaufbau.
  3. Implantation (30 bis 60 Minuten pro Implantat): Unter lokaler Anästhesie — auf Wunsch auch mit Dämmerschlaf oder in Vollnarkose — wird das Zahnfleisch eröffnet, das Knochenbett schrittweise mit Bohrern definierter Größe präpariert und der Implantatkörper eingedreht. Abschließend Naht. Der Eingriff selbst ist komplett schmerzfrei.
  4. Einheilung / Osseointegration (3 bis 6 Monate): In dieser Phase verwächst das Implantat stabil mit dem Knochen. Im Unterkiefer dauert das in der Regel 2 bis 3 Monate, im Oberkiefer aufgrund der weicheren Knochenstruktur 3 bis 6 Monate. Eine provisorische Versorgung schützt die Lücke während dieser Zeit.
  5. Freilegung und Abutment-Einbringung (15 Minuten): Nach erfolgreicher Einheilung wird das Zahnfleisch über dem Implantat geöffnet und das Abutment aufgeschraubt. Kleiner Eingriff unter lokaler Anästhesie. Anschließend 1 bis 2 Wochen Ausformung des Zahnfleischsaumes.
  6. Abformung und Krone (2 Termine über 2 bis 3 Wochen): Digitaler Scan oder konventionelle Abformung, Laborfertigung der Krone, Einprobe und definitives Einschrauben bzw. Zementieren. Die Krone auf dem Implantat unterscheidet sich äußerlich nicht von einer Krone auf einem natürlichen Zahn.

Zusammengerechnet: einfacher Fall ohne Knochenaufbau etwa 3 bis 4 Monate, komplexer Fall mit Augmentation 6 bis 9 Monate. Wir planen jeden Schritt transparent und übergeben Ihnen nach dem Erstgespräch einen schriftlichen Zeitplan.

Wie lange hält ein Implantat? →

Schmerzen und Risiken — was Patienten wirklich erwartet

Schmerzen während der Implantation: Der Eingriff selbst erfolgt unter lokaler Anästhesie und ist für den Patienten komplett schmerzfrei. Viele Patienten berichten im Nachgang, dass die Implantation deutlich weniger belastend war als eine Weisheitszahnentfernung. Auf Wunsch bieten wir ergänzend Lachgas, Dämmerschlaf (intravenöse Sedierung) oder eine Behandlung in Vollnarkose in Kooperation mit einer Anästhesistin an.

Nach dem Eingriff: Für 2 bis 5 Tage ist mit leichter Schwellung und einem Druckgefühl im Operationsbereich zu rechnen. In der Regel reicht Ibuprofen 400 mg nach Packungsbeilage zur Schmerzkontrolle aus. Kühlen mit einem Coolpack (10 Minuten kühlen, 10 Minuten Pause) in den ersten 24 Stunden reduziert die Schwellung deutlich. Weiche Kost und Verzicht auf körperliche Anstrengung, Nikotin und Alkohol für 3 bis 5 Tage beschleunigen die Heilung.

Risiken in sachlichen Prozentwerten:

  • Wundinfektion: unter 5 Prozent. Meist durch Hygieneinstruktionen und ggf. Antibiotikum gut beherrschbar.
  • Nervverletzung im Unterkiefer (Nervus alveolaris inferior): unter 1 Prozent, wenn mit 3D-DVT geplant wird. Folge wäre ein temporäres Taubheitsgefühl an der Unterlippe, dauerhafte Schäden sind sehr selten.
  • Kieferhöhlenperforation im Oberkiefer-Seitenzahnbereich: ebenfalls durch DVT-basierte Planung weitestgehend vermeidbar. Kleine Perforationen heilen meist folgenlos aus.
  • Periimplantitis (entzündlicher Knochenabbau am Implantat) — das wichtigste Langzeitrisiko: etwa 10 bis 20 Prozent über 10 Jahre, deutlich erhöht bei Rauchern und bei unzureichender Mundhygiene. Früh erkannt in der Regel therapierbar.

Erfolgsquote. Bei Nichtrauchern mit gesundem Parodont und regelmäßiger Nachsorge liegt die Überlebensrate nach 10 Jahren bei über 95 Prozent. Rauchen verdoppelt bis verdreifacht das Verlustrisiko.

Sie sollten uns wieder aufsuchen, wenn nach 5 Tagen der Schmerz zunimmt, Fieber auftritt, ein eitriger Geschmack entsteht oder das Implantat sich locker anfühlt.

Unsere Implantologie-Leistungen →

Knochenaufbau — wann ist er nötig und wie läuft er ab?

Ein Implantat braucht ein ausreichendes Knochenbett, um fest zu sitzen. Als Mindestmaß gelten:

  • Vertikale Knochenhöhe: mehr als 6 mm
  • Knochenbreite bukkolingual (von Wangen- zu Zungenseite): mehr als 5 mm

Unterschreiten diese Werte, ist ein Knochenaufbau (Augmentation) notwendig. Typische Situation: Ein Zahn wurde vor vielen Jahren gezogen, ohne dass eine Lücke versorgt wurde — der Kieferknochen hat sich im Laufe der Zeit zurückgebildet (Atrophie nach Zahnverlust).

Die wichtigsten Augmentationsverfahren:

  • Externer Sinuslift — im Oberkiefer-Seitenzahnbereich, wenn die Kieferhöhle tief herabreicht. Über einen seitlichen Knochenzugang wird die Kieferhöhlenschleimhaut angehoben und der entstandene Raum mit Knochenersatzmaterial aufgefüllt.
  • Interner Sinuslift — minimalinvasiv durch das Implantatbett hindurch, wenn nur geringe Höhengewinne (bis etwa 3 mm) nötig sind. Wird oft zusammen mit der Implantation gemacht.
  • Autologe Knochentransplantation — Entnahme eines kleinen Knochenspans aus dem eigenen Kiefer (meist retromolar hinter den Weisheitszähnen oder aus dem Kinnbereich). Gilt als "Goldstandard", weil das Material optimal einheilt.
  • Xenogenes Material wie Bio-Oss — aus tierischem Knochen aufbereitet, biokompatibel, dient als Gerüst, in das körpereigener Knochen einwächst.
  • Synthetische Knochenersatzmaterialien — aus Hydroxylapatit oder Tricalciumphosphat, tier- und humanfrei.

Heilungszeit: Nach Augmentation müssen in der Regel 3 bis 6 Monate vergehen, bevor das Implantat gesetzt werden kann. In manchen günstigen Situationen (simultane Augmentation) kann beides in einer Sitzung kombiniert werden — das entscheiden wir nach DVT-Befund.

Risiken des Knochenaufbaus: Perforation der Kieferhöhlenschleimhaut beim Sinuslift (meist folgenlos, selten Kieferhöhlenentzündung), verzögerte Einheilung, Abstoßung des Materials (selten). Bei gut geplanten Eingriffen liegen die Erfolgsraten deutlich über 90 Prozent.

Haltbarkeit und Pflege — wie lange hält ein Implantat?

Zahnimplantate gehören zu den langlebigsten Versorgungen in der modernen Zahnmedizin. Wissenschaftlich dokumentierte Überlebensraten:

  • Nach 10 Jahren: etwa 95 Prozent
  • Nach 20 Jahren: rund 90 Prozent

Diese Zahlen gelten für Nichtraucher mit stabilem Parodont und konsequenter Nachsorge. Rauchen, unbehandelte Parodontitis und mangelnde Mundhygiene verkürzen die Lebensdauer deutlich.

Faktoren für den Langzeiterfolg:

  • Mundhygiene — zweimal tägliches Putzen mit weicher Bürste und fluoridhaltiger Zahnpasta. Am Implantatrand unbedingt Interdentalbürsten in passender Größe verwenden. Zahnseide allein reicht am Implantat oft nicht, weil die Form anders ist als am natürlichen Zahn.
  • Halbjährliche professionelle Zahnreinigung (PZR) — spezielle Instrumente (Kunststoff- oder Titan-Scaler) reinigen den Implantathals, ohne die Oberfläche zu zerkratzen.
  • Jährliche Röntgenkontrolle des Implantats zur Früherkennung von Knochenabbau (Periimplantitis).
  • Nichtrauchen — der Einzelfaktor mit dem größten Einfluss auf die Langzeitprognose.
  • Stabile parodontale Situation an den Nachbarzähnen — Zahnfleischerkrankungen sprengen auch den Knochen am Implantat.

Warnzeichen für eine beginnende Periimplantitis:

  • Blutung am Implantatrand beim Putzen oder Sondieren,
  • Rückgang des Zahnfleischs am Implantat (freiliegender Implantathals),
  • Druckgefühl, Spannung oder leichter Schmerz beim Kauen,
  • Gefühl von Lockerung — dies ist bereits ein fortgeschrittenes Warnzeichen, das eine sofortige Kontrolle erfordert.

Wer diese Zeichen frühzeitig bemerkt und sich umgehend vorstellt, hat in der Regel gute Chancen, das Implantat durch eine konservative Therapie (Reinigung, Spülung, ggf. antibiotische Therapie, regenerative Verfahren) zu erhalten.

Fallbeispiel

Fallbeispiel aus unserer Praxis: Einzelimplantat Molar 36

Alle Angaben anonymisiert, im Einverständnis des Patienten veröffentlicht.

Ausgangssituation. Herr M., 54 Jahre, aus Bogenhausen, stellte sich im Herbst 2025 vor. Der linke untere erste Backenzahn (36) war vor 8 Jahren nach einer fehlgeschlagenen Wurzelbehandlung extrahiert worden und seitdem unversorgt. Klinisch zeigte sich eine sichtbare Zahnlücke, Herr M. kaute überwiegend rechts und berichtete über gelegentliches Kiefergelenkknacken.

Diagnostik. Im DVT zeigte sich eine vertikale Knochenhöhe von 9 mm und eine Breite von 6 mm — ausreichend für ein Implantat ohne Augmentation. Der Abstand zum Nervkanal (Nervus alveolaris inferior) betrug 3 mm und wurde für die Planung sicher berücksichtigt.

Behandlungsablauf. (1) Implantation eines Titan-Implantats in Lokalanästhesie, Dauer 45 Minuten. (2) Einheilphase 3 Monate. (3) Freilegung und Abutment. (4) Digitaler Scan, Fertigung einer verschraubten Vollkeramik-Krone auf Zirkon-Abutment. Gesamtdauer vom Erstgespräch bis zur finalen Krone: 4 Monate.

Ergebnis. Stabile Versorgung, beidseitige Kaufunktion wiederhergestellt, keine Beschwerden bei der 6-Monats-Kontrolle. Herr M. berichtet, dass er das Implantat beim Kauen nicht mehr von einem natürlichen Zahn unterscheiden kann.

Häufige Fragen

Wie lange hält ein Zahnimplantat?

Die wissenschaftlich dokumentierte Überlebensrate liegt bei etwa 95 Prozent nach 10 Jahren und rund 90 Prozent nach 20 Jahren — Voraussetzung sind Nichtrauchen, gute Mundhygiene und regelmäßige Kontrollen. Viele Implantate halten lebenslang. Entscheidend für die obere Haltbarkeitsgrenze sind: tägliche Reinigung mit Interdentalbürsten am Implantathals, halbjährliche professionelle Zahnreinigung und jährliche Röntgenkontrolle zur Früherkennung von Periimplantitis. Rauchen verkürzt die Lebensdauer deutlich und verdoppelt bis verdreifacht das Verlustrisiko. Auch Patienten mit Parodontitis in der Vorgeschichte haben ein erhöhtes Risiko — hier ist eine besonders engmaschige Nachsorge wichtig.

Tut das Einsetzen eines Implantats weh?

Nein. Der Eingriff selbst erfolgt unter lokaler Anästhesie und ist komplett schmerzfrei. Viele Patienten berichten im Nachhinein, dass die Implantation deutlich weniger belastend war als erwartet — oft weniger als eine Weisheitszahnentfernung. Auf Wunsch bieten wir zusätzlich Lachgas, Dämmerschlaf oder eine Behandlung in Vollnarkose. Nach dem Eingriff treten für 2 bis 5 Tage eine leichte Schwellung und ein Druckgefühl auf, die sich mit Ibuprofen 400 mg und Kühlung in der Regel gut beherrschen lassen. Starke Schmerzen, Fieber oder eitriger Geschmack sind keine normalen Nebenwirkungen — in diesen Fällen bitte direkt in der Praxis melden.

Wie lange dauert die gesamte Implantat-Behandlung?

Von der Beratung bis zur finalen Krone dauert die Behandlung typischerweise 3 bis 9 Monate. Der Ablauf: Erstgespräch mit DVT (1 Tag), gegebenenfalls Knochenaufbau mit 3 bis 6 Monaten Wartezeit, Implantation (1 Termin, 30 bis 60 Minuten), Einheilphase (2 bis 3 Monate Unterkiefer, 3 bis 6 Monate Oberkiefer), Freilegung mit Abutment (1 kurzer Termin), Abformung und Krone (2 Termine über 2 bis 3 Wochen). Ohne Knochenaufbau liegt die Gesamtdauer bei etwa 3 bis 4 Monaten, mit Augmentation bei 6 bis 9 Monaten. Während der Einheilphase versorgen wir die Lücke bei Bedarf mit einem Provisorium.

Wann ist ein Knochenaufbau nötig?

Ein Knochenaufbau (Augmentation) wird nötig, wenn das Knochenangebot für ein stabiles Implantat nicht ausreicht. Als Faustregel gelten: vertikale Höhe unter 6 mm oder Breite unter 5 mm am Implantatort. Typische Situation ist ein Zahnverlust, der viele Jahre unversorgt blieb — der Kieferknochen bildet sich dann zurück. Verfahren sind der externe oder interne Sinuslift im Oberkiefer-Seitenzahnbereich, ein autologer Knochenspan aus dem eigenen Kiefer oder die Auffüllung mit Knochenersatzmaterial (Bio-Oss, synthetisch). Die Heilungszeit vor der Implantation beträgt 3 bis 6 Monate. In manchen Fällen können Augmentation und Implantation in einer Sitzung kombiniert werden. Ob ein Aufbau nötig ist, entscheiden wir anhand der 3D-DVT-Aufnahme.

Implantat oder Brücke — was ist besser?

Beide Versorgungen haben ihre Berechtigung. Das Implantat hat zwei entscheidende Vorteile: Es schont die Nachbarzähne (keine Beschliffen-Notwendigkeit) und leitet Kaukräfte in den Kieferknochen — der natürliche Knochenabbau nach Zahnverlust wird verhindert. Eine Brücke ist schneller (2 bis 3 Wochen statt Monate) und erfordert das Beschleifen der beiden gesunden Nachbarzähne. Die Brücke ist dann vorzuziehen, wenn die Nachbarzähne ohnehin überkronungsbedürftig sind oder das Knochenangebot für ein Implantat nicht reicht und keine Augmentation gewünscht ist. Bei jungen Patienten mit gesunden Nachbarzähnen ist das Implantat zahnmedizinisch die bessere Lösung. Mehr dazu in unserem Blogartikel zum direkten Vergleich.

Bin ich zu alt für ein Implantat?

Nach oben gibt es keine feste Altersgrenze. Erfolgreich gesetzte Implantate bei Patienten in den 70ern und 80ern sind klinischer Alltag. Entscheidend sind nicht Kalenderjahre, sondern der allgemeine Gesundheitszustand, die Knochenqualität, die Einnahme von Bisphosphonaten (z. B. bei Osteoporose — hier ist Vorsicht geboten und eine internistische Abstimmung nötig) und die Mundhygienefähigkeit. Nach unten gilt: unter 18 Jahren werden Implantate grundsätzlich nicht gesetzt, weil der Kiefer noch wächst und das Implantat an Ort und Stelle bliebe, während sich die natürlichen Zähne weiter verschieben. Bei Patienten jenseits der 80 entscheiden wir individuell nach DVT-Befund und Allgemeinzustand.

Kann man bei Parodontitis oder Diabetes ein Implantat bekommen?

Bei beiden Erkrankungen gilt: nicht im unbehandelten Zustand, aber nach erfolgreicher Vorbehandlung sehr wohl möglich. Eine aktive Parodontitis muss erst systematisch therapiert werden (professionelle Reinigung, Taschenbehandlung, ggf. chirurgische Maßnahmen), bevor ein Implantat gesetzt wird — sonst droht auch am Implantat ein entzündlicher Knochenabbau (Periimplantitis). Nach erfolgreicher Parodontitistherapie und stabiler Nachsorge sind Implantate durchaus möglich, erfordern aber eine besonders engmaschige Kontrolle. Bei Diabetes mellitus ist der HbA1c-Wert entscheidend: Ist der Blutzucker gut eingestellt (HbA1c unter etwa 7 Prozent), unterscheidet sich die Erfolgsrate kaum von Nicht-Diabetikern. Unkontrollierter Diabetes ist eine Kontraindikation. Abstimmung mit dem Hausarzt bzw. Diabetologen empfohlen.

Welche Risiken gibt es bei Zahnimplantaten?

Die wichtigsten Risiken in ehrlichen Prozentzahlen: Wundinfektion unter 5 Prozent, Nervverletzung im Unterkiefer unter 1 Prozent bei 3D-DVT-Planung (meist nur vorübergehendes Taubheitsgefühl), Kieferhöhlenperforation im Oberkiefer (durch DVT weitgehend vermeidbar), Implantatverlust bei primärer Einheilung in den ersten 3 bis 6 Monaten rund 2 bis 5 Prozent. Das wichtigste Langzeitrisiko ist die Periimplantitis — ein entzündlicher Knochenabbau am Implantat mit einer Häufigkeit von 10 bis 20 Prozent über 10 Jahre, deutlich erhöht bei Rauchern und mangelnder Mundhygiene. Bei früher Diagnose durch regelmäßige Kontrollen ist Periimplantitis in der Regel gut therapierbar. Insgesamt liegt die Erfolgsrate nach 10 Jahren bei über 95 Prozent — Zahnimplantate gehören zu den sichersten Versorgungen in der Zahnmedizin.