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DGI-zertifizierte ImplantologinÜber 95% Erfolgsrate13+ Jahre Erfahrung

Totalprothesen München - Vollprothesen für natürliche Ästhetik | Dr. Dickel

Zahnverlust kann die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Totalprothesen stellen die Kaufunktion und Ästhetik zuverlässig wieder her – von individueller Kiefervermessung bis zur präzisen Anpassung. Moderne Materialien und Techniken sorgen für einen stabilen Sitz und hohen Tragekomfort. Regelmäßige Nachsorge sichert eine langfristig perfekte Passform.

Was ist eine Totalprothese?

Eine Totalprothese — umgangssprachlich auch „Dritte Zähne" oder Vollprothese genannt — ist ein herausnehmbarer Zahnersatz, der einen vollständig zahnlosen Kiefer versorgt. Sie ersetzt sämtliche Zähne im Oberkiefer, Unterkiefer oder in beiden Kiefern gleichzeitig und stellt Kaufunktion, Sprache und Ästhetik wieder her.

Neben der reinen Zahnrekonstruktion übernimmt die Totalprothese eine weitere wichtige Aufgabe: Sie stützt die Gesichtsmuskulatur und verhindert das typische „eingefallene" Erscheinungsbild, das bei Zahnlosigkeit durch den Verlust der vertikalen Bisshöhe entsteht. Die Lippen erhalten wieder Fülle, die Wangen wirken natürlich und das Gesichtsprofil wird harmonisch wiederhergestellt.

Als bewährte Versorgungsform gehört die Totalprothese zum Standardrepertoire der prothetischen Zahnmedizin. In unserer Münchener Praxis fertigen wir individuell angepasste Totalprothesen, die höchsten funktionellen und ästhetischen Ansprüchen gerecht werden.

Oberkiefer- vs. Unterkieferprothese

Der Halt einer Totalprothese unterscheidet sich erheblich zwischen Ober- und Unterkiefer — das liegt an den grundlegend verschiedenen anatomischen Voraussetzungen.

Oberkieferprothese: Die Gaumenplatte (Palatinalplatte) bedeckt den gesamten harten Gaumen und schafft eine große Auflagefläche. Durch den entstehenden Saugeffekt zwischen Prothese und Gaumenschleimhaut sitzt die Oberkieferprothese in der Regel sehr stabil — häufig sogar ohne jede Haftcreme. Die breite Abstützung verteilt die Kaukräfte gleichmäßig.

Unterkieferprothese: Im Unterkiefer fehlt die Gaumenfläche als Saugbasis. Stattdessen begrenzen Zunge, Mundboden und die bewegliche Wangenschleimhaut den verfügbaren Raum erheblich. Die Auflagefläche ist deutlich kleiner, und die ständige Bewegung der Zunge kann die Prothese destabilisieren. Deshalb sitzt eine Unterkieferprothese fast immer weniger fest als eine Oberkieferprothese.

Warum gerade im Unterkiefer Implantate sinnvoll sind: Aufgrund der anatomischen Herausforderungen profitieren Unterkiefer-Totalprothesen besonders von einer implantatgestützten Verankerung. Bereits zwei Implantate mit Locator- oder Kugelkopf-Ankern können den Halt dramatisch verbessern und das Trageerlebnis grundlegend verändern.

Moderne Materialien und Herstellung

Die Qualität einer Totalprothese wird maßgeblich durch die verwendeten Materialien und das Herstellungsverfahren bestimmt. Moderne Zahntechnik bietet heute deutlich mehr Möglichkeiten als die Standardversorgung.

Prothesenbasismaterial — PMMA: Der Grundkörper jeder Totalprothese besteht aus Polymethylmethacrylat (PMMA), einem bewährten Kunststoff mit guter Biokompatibilität und Gewebeverträglichkeit. PMMA lässt sich präzise verarbeiten und ist in verschiedenen Zahnfleischfarben erhältlich, die ein natürliches Erscheinungsbild gewährleisten.

Prothesenzähne — Konfektionszähne vs. Premiumzähne:

  • Konfektionszähne: Standardmäßig verwendete Kunststoffzähne in vorgefertigten Formen und Farben. Sie erfüllen die funktionellen Anforderungen und sind die Regelversorgung der Krankenkassen.
  • Premiumzähne: Hochwertige Composite- oder Keramikzähne mit mehrschichtigem Aufbau, naturgetreuer Farbgebung und höherer Abrasionsfestigkeit. Sie bieten eine deutlich natürlichere Optik und längere Haltbarkeit.

Herstellungsverfahren:

  • Stopf-Press-Technik: Klassisches Verfahren — der Kunststoff wird in eine Gipsform gepresst und unter Hitze polymerisiert.
  • Injektionsverfahren (Injektionsguss): Modernere Methode mit geringerer Schrumpfung und besserer Passgenauigkeit.
  • Digitale Prothesen-Workflows: CAD/CAM-gestützte Fertigung aus gefrästen PMMA-Blöcken — höchste Präzision, weniger Porositäten und reproduzierbare Ergebnisse.

Behandlungsablauf: Von der Abformung zur fertigen Prothese

Die Anfertigung einer Totalprothese erfordert mehrere aufeinander aufbauende Arbeitsschritte und in der Regel 4–6 Termine über einen Zeitraum von 3–6 Wochen. Jeder Schritt baut präzise auf dem vorherigen auf:

1. Situationsabformung: Mit einem konfektionierten Abformlöffel nehmen wir einen ersten Abdruck des zahnlosen Kiefers. Auf dieser Grundlage fertigt das Labor einen individuellen Löffel an, der exakt auf Ihre Kieferanatomie zugeschnitten ist.

2. Funktionsabformung: Mit dem individuellen Löffel und speziellen Abformmaterialien erstellen wir eine hochpräzise Funktionsabformung. Dabei werden die Muskelansätze, Umschlagfalten und die individuelle Schleimhautbeschaffenheit exakt erfasst — die Grundlage für den späteren Ventilrandabschluss und Prothesenhalt.

3. Bissregistrierung (Kieferrelationsbestimmung): Mit Wachswällen bestimmen wir die korrekte Bisshöhe, die Mittellinie, die Lachlinie und die räumliche Zuordnung von Ober- zu Unterkiefer. Diese Werte sind entscheidend für Funktion und Ästhetik der fertigen Prothese.

4. Wachsanprobe (Try-in): Die Prothesenzähne werden in Wachs aufgestellt und im Mund einprobiert. Sie überprüfen Zahnstellung, Zahnfarbe, Lippenstütze und Gesichtsprofil. Gleichzeitig testen wir die Phonetik — bestimmte Laute wie „S" und „F" zeigen, ob die Zahnstellung korrekt ist. Änderungen sind in diesem Stadium noch problemlos möglich.

5. Fertigstellung und Eingliederung: Nach Ihrer Freigabe wird die Prothese in PMMA fertiggestellt, ausgearbeitet und hochglanzpoliert. Bei der Eingliederung kontrollieren wir Sitz, Okklusion und Halt und nehmen erste Feinkorrekturen vor.

6. Nachkorrekturen: In den ersten Tagen und Wochen sind ein bis zwei Nachsorgetermine üblich, um Druckstellen zu beseitigen und den Biss feinzujustieren.

Halt der Totalprothese: Saugeffekt und Alternativen

Der sichere Halt ist das zentrale Qualitätskriterium jeder Totalprothese. Im zahnlosen Kiefer fehlen natürliche Retentionsmöglichkeiten wie Klammern — die Prothese muss allein durch physikalische Prinzipien und muskuläres Gleichgewicht halten.

Ventilrandabschluss (Saugeffekt): Das wichtigste Halteprinzip ist der sogenannte Ventilrandabschluss. Die Prothesenränder schließen dicht mit der beweglichen Mundschleimhaut ab und erzeugen einen Unterdruck zwischen Prothesenbasis und Kieferkamm. Dieser Saugeffekt hält die Prothese fest — vorausgesetzt, die Funktionsabformung wurde präzise durchgeführt.

Unterschiede OK vs. UK: Im Oberkiefer ist der Saugeffekt durch die große Gaumenfläche in der Regel ausgezeichnet. Im Unterkiefer ist der Saugeffekt aufgrund der kleineren Auflagefläche und der Zungenbewegung deutlich schwächer — hier spielt die muskuläre Adaptation eine größere Rolle.

Haftcreme — wann ist sie akzeptabel? Bei gutem Prothesensitz sollte Haftcreme nicht notwendig sein. In bestimmten Situationen — etwa bei stark atrophiertem Kieferkamm, bei Mundtrockenheit oder in der Eingewöhnungsphase — kann ein dünn aufgetragenes Haftmittel jedoch den Komfort verbessern. Haftcreme ist kein Zeichen einer schlechten Prothese, sollte aber nicht als Dauerlösung für eine schlecht sitzende Prothese dienen.

Implantatgestützte Deckprothese — das Upgrade: Für deutlich verbesserten Halt können Zahnimplantate als Verankerungselemente eingesetzt werden. Bewährte Systeme sind:

  • Locator-Abutments: Kompakte Druckknopf-Verbindungen auf 2–4 Implantaten — einfach zu handhaben und wartungsfreundlich.
  • Kugelkopf-Anker: Klassische Retentionselemente mit guter Haltekraft und bewährter Langzeitfunktion.
  • Stegkonstruktion: Ein Metallsteg verbindet 2–4 Implantate und bietet maximale Stabilität — besonders geeignet bei stark atrophiertem Kiefer.

Eingewöhnung und Alltag mit Totalprothese

Die Eingewöhnung an eine Totalprothese ist ein Prozess, der Geduld und Übung erfordert. Insbesondere Erstträger sollten sich bewusst sein, dass die ersten Tage und Wochen herausfordernd sein können — das ist völlig normal.

Die ersten Tage:

  • Essen: Beginnen Sie mit weichen Speisen (Suppe, Püree, weiches Brot). Kauen Sie beidseitig, um ein Kippen der Prothese zu vermeiden. Steigern Sie die Festigkeit der Nahrung schrittweise über 2–3 Wochen.
  • Sprechen: Bestimmte Laute (S, Sch, Z, F) können anfangs undeutlich klingen. Lesen Sie laut vor, um die Zungenmotorik an die neue Prothese anzupassen. Nach 1–2 Wochen normalisiert sich die Aussprache deutlich.

Häufige Anfangsbeschwerden:

  • Druckstellen: Rötungen oder wunde Stellen an der Schleimhaut sind in den ersten Tagen normal. Kommen Sie zeitnah zur Nachkorrektur — wir schleifen die Prothese gezielt ein.
  • Vermehrter Speichelfluss: Der Mund reagiert auf den Fremdkörper mit erhöhter Speichelproduktion. Dies reguliert sich innerhalb weniger Tage von selbst.
  • Würgereiz: Bei empfindlichem Gaumen kann die Oberkieferprothese anfangs einen Würgereiz auslösen. Atmen Sie ruhig durch die Nase, lutschen Sie Bonbons — der Reflex lässt in der Regel nach.

Tipps für mehr Sicherheit: Tragen Sie die Prothese konsequent — auch wenn es zunächst unangenehm ist. Nur durch regelmäßiges Tragen gewöhnen sich Muskulatur und Schleimhaut an den neuen Zahnersatz. Vermeiden Sie es, die Prothese ständig herauszunehmen und wieder einzusetzen.

Wann zum Zahnarzt? Druckstellen, die nach 2–3 Tagen nicht von selbst abklingen, sollten in der Praxis korrigiert werden. Versuchen Sie nicht, die Prothese selbst zu bearbeiten — eine professionelle Nachkorrektur dauert nur wenige Minuten und bringt sofortige Erleichterung.

Kosten und Kassenleistung bei Totalprothesen

Totalprothesen gehören zur Regelversorgung der gesetzlichen Krankenversicherung — das bedeutet, dass die Kasse einen befundbezogenen Festzuschuss für die Versorgung eines zahnlosen Kiefers leistet.

Regelversorgung: Die Standardversorgung bei vollständiger Zahnlosigkeit ist eine einfache Totalprothese aus PMMA mit Konfektionszähnen. Der Festzuschuss deckt den Großteil der Kosten, sodass der Eigenanteil bei 0–300 € liegt — je nach Kasse und Bonusheft.

Premium-Optionen: Wenn Sie sich für höherwertige Prothesenzähne (z. B. mehrschichtige Composite- oder Keramikzähne), individualisierte Zahnfleischästhetik oder aufwändigere Herstellungsverfahren entscheiden, bleibt der Festzuschuss identisch — Sie tragen die Mehrkosten selbst.

Bonusheft: Das Bonusheft ist auch für Prothesenträger relevant — regelmäßige Kontrolltermine erhöhen den Festzuschuss:

  • +20 % nach 5 Jahren lückenloser Vorsorge
  • +30 % nach 10 Jahren lückenloser Vorsorge

Unterfütterung und Reparaturen: Da sich der Kieferknochen im zahnlosen Kiefer kontinuierlich zurückbildet, benötigt eine Totalprothese alle 2–4 Jahre eine Unterfütterung (Rebasing), um den Sitz zu optimieren. Die Kosten für eine Unterfütterung werden von der Kasse bezuschusst und liegen beim Eigenanteil bei ca. 30–80 €.

Heil- und Kostenplan: Vor Behandlungsbeginn erstellen wir einen detaillierten Heil- und Kostenplan, den Sie bei Ihrer Krankenkasse einreichen. So kennen Sie Ihren Eigenanteil genau — die Planerstattung und Erstberatung sind selbstverständlich kostenlos.

Totalprothesen in unserer Münchener Praxis

In unserer Zahnarztpraxis in München-Oberföhring fertigen wir Totalprothesen mit dem Anspruch, dass herausnehmbarer Zahnersatz sowohl funktionell als auch ästhetisch überzeugen muss. Dr. Christina Dickel verbindet prothetische Fachkompetenz mit einem einfühlsamen Behandlungsansatz — besonders wichtig für Patienten, die erstmals eine Vollprothese erhalten.

Was unsere Praxis auszeichnet:

  • Prothetische Erfahrung: Dr. Dickel verfügt über umfangreiche Erfahrung in der Totalprothetik und bildet sich regelmäßig in modernen Fertigungstechniken und Materialien fort.
  • Eigenes Meisterlabor: Die enge Zusammenarbeit mit unserem Zahntechniker-Meisterlabor ermöglicht individuelle Zahnstellung, natürliche Zahnfleischästhetik und höchste Passgenauigkeit.
  • Implantat-Beratung inklusive: Wir prüfen bei jedem Totalprothesen-Patienten, ob eine implantatgestützte Lösung sinnvoll und möglich ist — objektiv und ohne Verkaufsdruck.
  • DVT 3D-Diagnostik: Für die Implantat-Planung und die Beurteilung des Kieferknochenangebots steht modernste dreidimensionale Bildgebung zur Verfügung.
  • Sedierungsmöglichkeiten: Für Angstpatienten bieten wir Lachgas und orale Sedierung an — damit auch umfangreichere Behandlungen stressfrei verlaufen.

Vereinbaren Sie eine kostenlose Erstberatung — wir nehmen uns Zeit für Ihre Fragen und zeigen Ihnen alle Möglichkeiten auf.

Kosten im Überblick

Totalprothese Regelversorgung

0–300 € Eigenanteil

Einfache Totalprothese mit Konfektionszähnen, Festzuschuss der Kasse deckt den Großteil der Kosten

Totalprothese mit Premiumzähnen

500–1.200 € Eigenanteil

Hochwertige Composite- oder Keramikzähne, individualisierte Zahnfleischästhetik, aufwändigere Herstellung

Implantatgestützte Deckprothese (2 Implantate)

3.000–6.000 € gesamt

Herausnehmbare Totalprothese auf 2 Implantaten mit Locator- oder Kugelkopf-Verankerung — deutlich verbesserter Halt

All-on-4 Konzept (festsitzend)

10.000–18.000 € pro Kiefer

Festsitzende Brücke auf 4 Implantaten — kein herausnehmbarer Zahnersatz, maximaler Tragekomfort

Die gesetzliche Kasse zahlt befundbezogene Festzuschüsse für Totalprothesen. Mit lückenlosem Bonusheft erhöht sich der Zuschuss: +20 % nach 5 Jahren, +30 % nach 10 Jahren regelmäßiger Vorsorge.

Private Versicherungen erstatten je nach Tarif 50–100 % der Gesamtkosten. Wir erstellen vorab einen Heil- und Kostenplan zur Einreichung bei Ihrer Versicherung.

Ratenzahlung über unsere Abrechnungsgesellschaft möglich. Individuelle Zahlungsvereinbarungen auf Anfrage — besonders relevant bei implantatgestützten Lösungen.

Risiken und Sicherheit

Totalprothesen sind eine bewährte, nicht-invasive Versorgungsform mit geringem Risikoprofil. Die meisten Beschwerden treten in der Eingewöhnungsphase auf und lassen sich durch Nachkorrekturen beheben.

Druckstellen an der Mundschleimhaut

Häufig (initial)

Gezielte Nachkorrekturen in den ersten Tagen, regelmäßige Kontrollen

Unzureichender Halt im Unterkiefer

Häufig

Präzise Funktionsabformung, ggf. implantatgestützte Verankerung

Knochenabbau (Atrophie) durch Prothesenbelastung

Progredient über Jahre

Regelmäßige Unterfütterung, Implantatversorgung zur Knochenerhaltung

Sprechstörungen in der Eingewöhnungsphase

Häufig (vorübergehend)

Sprechübungen, korrekte Zahnstellung, klingt nach 1–2 Wochen ab

Geschmacksveränderung durch Gaumenbedeckung

Gelegentlich (Oberkiefer)

Gewöhnung nach einigen Wochen, bei Bedarf Prüfung einer gaumenbügelfreien Implantatversorgung

Allergische Reaktion auf PMMA-Kunststoff

Sehr selten

Allergietest bei Verdacht, alternative hypoallergene Basismaterialien verfügbar

Durch präzise Funktionsabformungen, hochwertige Materialien und die enge Zusammenarbeit mit unserem Meisterlabor gewährleisten wir bestmögliche Passform und Funktion jeder Totalprothese. Regelmäßige Nachsorge minimiert Langzeitkomplikationen.

Häufige Fragen

Eine gut gefertigte Totalprothese hält in der Regel 5–8 Jahre, bevor sie erneuert werden sollte. Der Grund: Der zahnlose Kieferknochen baut sich kontinuierlich ab (Atrophie), wodurch die Prothesenbasis mit der Zeit nicht mehr optimal passt. Durch regelmäßige Unterfütterungen (alle 2–4 Jahre) kann die Lebensdauer verlängert werden. Die Prothesenzähne nutzen sich je nach Material und Kaubelastung unterschiedlich schnell ab.
Reinigen Sie Ihre Prothese nach jeder Mahlzeit unter fließendem Wasser und mindestens einmal täglich gründlich mit einer speziellen Prothesenbürste und Prothesenreiniger (keine normale Zahnpasta — sie ist zu abrasiv). Legen Sie die Prothese nachts in Wasser oder eine Reinigungslösung. Reinigen Sie auch Ihre Mundschleimhaut und den Gaumen mit einer weichen Bürste, um Beläge und Pilzinfektionen (Prothesenstomatitis) vorzubeugen.
Nach einer Eingewöhnungsphase von 2–4 Wochen können Sie die meisten Speisen genießen. Beginnen Sie mit weicher Kost und steigern Sie die Festigkeit schrittweise. Kauen Sie immer beidseitig, um ein Kippen der Prothese zu vermeiden. Sehr harte Speisen (Nüsse, harte Krusten) und klebrige Lebensmittel (Karamell, Kaugummi) bleiben dauerhaft eine Herausforderung — insbesondere mit einer Unterkieferprothese ohne Implantatverankerung.
In der Regel empfehlen wir, die Prothese nachts herauszunehmen. Die Mundschleimhaut braucht eine Erholungsphase ohne den Druck der Prothese — dies beugt Pilzinfektionen und Druckstellen vor. In den ersten Tagen nach der Eingliederung kann es jedoch sinnvoll sein, die Prothese auch nachts zu tragen, um die Eingewöhnung zu beschleunigen. Besprechen Sie dies bei Ihrem Nachsorgetermin mit uns.
Bei einer gut sitzenden Totalprothese sollte Haftcreme nicht zwingend notwendig sein — insbesondere im Oberkiefer. Dennoch kann sie in bestimmten Situationen sinnvoll sein: bei stark atrophiertem Kieferkamm, Mundtrockenheit, während der Eingewöhnungsphase oder für zusätzliche Sicherheit bei besonderen Anlässen. Wenn Sie dauerhaft große Mengen Haftcreme benötigen, ist dies ein Zeichen, dass die Prothese überprüft oder unterfüttert werden sollte.
Implantate sind keine Alternative zur Prothese, sondern eine Ergänzung. Bereits 2 Implantate im Unterkiefer mit Locator-Ankern verbessern den Halt einer Totalprothese dramatisch (implantatgestützte Deckprothese). Für einen festsitzenden Zahnersatz ohne herausnehmbare Prothese gibt es das All-on-4-Konzept: 4 Implantate tragen eine verschraubte Brücke. Wir beraten Sie individuell, welche Lösung für Ihre Situation — anatomisch und finanziell — am besten geeignet ist.
Die Totalprothese ist Regelversorgung der gesetzlichen Kasse. Der Eigenanteil liegt bei einer einfachen Totalprothese bei ca. 0–300 € pro Kiefer. Mit lückenlosem Bonusheft (5 Jahre: +20 %, 10 Jahre: +30 %) reduziert sich der Eigenanteil weiter. Premiumzähne und aufwändigere Herstellungsverfahren kosten 500–1.200 € Eigenanteil. Für eine implantatgestützte Deckprothese rechnen Sie mit 3.000–6.000 € gesamt.
Druckstellen sind in den ersten Tagen nach Eingliederung einer neuen Totalprothese normal. Kommen Sie zeitnah zur Nachkorrektur in die Praxis — das Einschleifen dauert nur wenige Minuten und bringt sofortige Erleichterung. Versuchen Sie niemals, die Prothese selbst zu bearbeiten, und verzichten Sie nicht auf das Tragen — nur so gewöhnen sich Schleimhaut und Muskulatur an den neuen Zahnersatz.
Ja, in den meisten Fällen kann eine gebrochene Totalprothese repariert werden. Brüche der Kunststoffbasis und abgebrochene Prothesenzähne lassen sich zahntechnisch wiederherstellen — häufig innerhalb eines Tages (Sofortreparatur). Bringen Sie alle Bruchstücke mit und versuchen Sie nicht, die Prothese selbst zu kleben. Wiederholte Brüche an derselben Stelle können auf Passungenauigkeiten oder zu dünne Prothesenränder hinweisen.
Eine Unterfütterung (Rebasing) passt die Innenseite der Prothesenbasis an die veränderte Kieferkammform an. Da sich der zahnlose Knochen kontinuierlich zurückbildet, verliert die Prothese mit der Zeit an Halt. Eine Unterfütterung wird alle 2–4 Jahre empfohlen — oder wenn die Prothese lockerer sitzt als gewohnt. Das Verfahren ist unkompliziert: Wir nehmen einen Abdruck in der vorhandenen Prothese, und das Labor ergänzt neues Material auf der Basis.
In den ersten Tagen kann die Aussprache bestimmter Laute (S, Sch, Z, F, D, T) verändert klingen. Die Zunge muss sich an die neue Prothesenbasis und die veränderte Gaumenfläche gewöhnen. Durch gezieltes Üben — lautes Vorlesen, Sprechübungen — normalisiert sich die Aussprache in der Regel innerhalb von 1–2 Wochen. Anhaltende Sprechprobleme können auf eine fehlerhafte Zahnstellung hinweisen und sollten in der Praxis überprüft werden.
Die Totalprothese ist eine bewährte, kostengünstige und nicht-chirurgische Lösung. Das All-on-4-Konzept bietet festsitzenden Zahnersatz auf 4 Implantaten — maximaler Komfort ohne herausnehmbare Prothese, aber deutlich höhere Kosten (10.000–18.000 € pro Kiefer) und ein chirurgisches Verfahren. Die Entscheidung hängt von Ihrem Kieferknochenangebot, Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand, Ihren Erwartungen an den Tragekomfort und Ihrem Budget ab. Wir beraten Sie zu beiden Optionen objektiv.

Qualifikationen und Zertifikate

Mitglied der DGZMK

Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde

Mitglied der DGÄZ

Deutsche Gesellschaft für Ästhetische Zahnmedizin

DVT 3D-Diagnostik

Dreidimensionale Bildgebung für Implantat- und Prothesenplanung

Eigenes Meisterlabor

Enge Zusammenarbeit für individuelle Prothesenästhetik und höchste Passgenauigkeit

Sedierungsoptionen

Lachgas und orale Sedierung für Angstpatienten

Prothetische Fortbildung

Regelmäßige Fortbildung in moderner Totalprothetik, digitalen Workflows und Implantatprothetik

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Behandlungsübersicht:

Behandlungsdauer:
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Kontakt & Anfahrt

Zahnarztpraxis Christina Dickel
Oberföhringer Straße 183a, 81925 München

Sprechzeiten

Mo:08:00-19:00
Di:08:00-19:00
Mi:08:00-19:00
Do:08:00-19:00
Fr:08:00-13:00
13+
Jahre Erfahrung
4.9
★★★★★ Bewertung
100%
Zufriedenheit

Oberkiefer- vs. Unterkieferprothese

Der Halt einer Totalprothese unterscheidet sich erheblich zwischen Ober- und Unterkiefer — das liegt an den grundlegend verschiedenen anatomischen Voraussetzungen.

Oberkieferprothese: Die Gaumenplatte (Palatinalplatte) bedeckt den gesamten harten Gaumen und schafft eine große Auflagefläche. Durch den entstehenden Saugeffekt zwischen Prothese und Gaumenschleimhaut sitzt die Oberkieferprothese in der Regel sehr stabil — häufig sogar ohne jede Haftcreme. Die breite Abstützung verteilt die Kaukräfte gleichmäßig.

Unterkieferprothese: Im Unterkiefer fehlt die Gaumenfläche als Saugbasis. Stattdessen begrenzen Zunge, Mundboden und die bewegliche Wangenschleimhaut den verfügbaren Raum erheblich. Die Auflagefläche ist deutlich kleiner, und die ständige Bewegung der Zunge kann die Prothese destabilisieren. Deshalb sitzt eine Unterkieferprothese fast immer weniger fest als eine Oberkieferprothese.

Warum gerade im Unterkiefer Implantate sinnvoll sind: Aufgrund der anatomischen Herausforderungen profitieren Unterkiefer-Totalprothesen besonders von einer implantatgestützten Verankerung. Bereits zwei Implantate mit Locator- oder Kugelkopf-Ankern können den Halt dramatisch verbessern und das Trageerlebnis grundlegend verändern.

Moderne Materialien und Herstellung

Die Qualität einer Totalprothese wird maßgeblich durch die verwendeten Materialien und das Herstellungsverfahren bestimmt. Moderne Zahntechnik bietet heute deutlich mehr Möglichkeiten als die Standardversorgung.

Prothesenbasismaterial — PMMA: Der Grundkörper jeder Totalprothese besteht aus Polymethylmethacrylat (PMMA), einem bewährten Kunststoff mit guter Biokompatibilität und Gewebeverträglichkeit. PMMA lässt sich präzise verarbeiten und ist in verschiedenen Zahnfleischfarben erhältlich, die ein natürliches Erscheinungsbild gewährleisten.

Prothesenzähne — Konfektionszähne vs. Premiumzähne:

Herstellungsverfahren:

Behandlungsablauf: Von der Abformung zur fertigen Prothese

Die Anfertigung einer Totalprothese erfordert mehrere aufeinander aufbauende Arbeitsschritte und in der Regel 4–6 Termine über einen Zeitraum von 3–6 Wochen. Jeder Schritt baut präzise auf dem vorherigen auf:

1. Situationsabformung: Mit einem konfektionierten Abformlöffel nehmen wir einen ersten Abdruck des zahnlosen Kiefers. Auf dieser Grundlage fertigt das Labor einen individuellen Löffel an, der exakt auf Ihre Kieferanatomie zugeschnitten ist.

2. Funktionsabformung: Mit dem individuellen Löffel und speziellen Abformmaterialien erstellen wir eine hochpräzise Funktionsabformung. Dabei werden die Muskelansätze, Umschlagfalten und die individuelle Schleimhautbeschaffenheit exakt erfasst — die Grundlage für den späteren Ventilrandabschluss und Prothesenhalt.

3. Bissregistrierung (Kieferrelationsbestimmung): Mit Wachswällen bestimmen wir die korrekte Bisshöhe, die Mittellinie, die Lachlinie und die räumliche Zuordnung von Ober- zu Unterkiefer. Diese Werte sind entscheidend für Funktion und Ästhetik der fertigen Prothese.

4. Wachsanprobe (Try-in): Die Prothesenzähne werden in Wachs aufgestellt und im Mund einprobiert. Sie überprüfen Zahnstellung, Zahnfarbe, Lippenstütze und Gesichtsprofil. Gleichzeitig testen wir die Phonetik — bestimmte Laute wie „S" und „F" zeigen, ob die Zahnstellung korrekt ist. Änderungen sind in diesem Stadium noch problemlos möglich.

5. Fertigstellung und Eingliederung: Nach Ihrer Freigabe wird die Prothese in PMMA fertiggestellt, ausgearbeitet und hochglanzpoliert. Bei der Eingliederung kontrollieren wir Sitz, Okklusion und Halt und nehmen erste Feinkorrekturen vor.

6. Nachkorrekturen: In den ersten Tagen und Wochen sind ein bis zwei Nachsorgetermine üblich, um Druckstellen zu beseitigen und den Biss feinzujustieren.

Halt der Totalprothese: Saugeffekt und Alternativen

Der sichere Halt ist das zentrale Qualitätskriterium jeder Totalprothese. Im zahnlosen Kiefer fehlen natürliche Retentionsmöglichkeiten wie Klammern — die Prothese muss allein durch physikalische Prinzipien und muskuläres Gleichgewicht halten.

Ventilrandabschluss (Saugeffekt): Das wichtigste Halteprinzip ist der sogenannte Ventilrandabschluss. Die Prothesenränder schließen dicht mit der beweglichen Mundschleimhaut ab und erzeugen einen Unterdruck zwischen Prothesenbasis und Kieferkamm. Dieser Saugeffekt hält die Prothese fest — vorausgesetzt, die Funktionsabformung wurde präzise durchgeführt.

Unterschiede OK vs. UK: Im Oberkiefer ist der Saugeffekt durch die große Gaumenfläche in der Regel ausgezeichnet. Im Unterkiefer ist der Saugeffekt aufgrund der kleineren Auflagefläche und der Zungenbewegung deutlich schwächer — hier spielt die muskuläre Adaptation eine größere Rolle.

Haftcreme — wann ist sie akzeptabel? Bei gutem Prothesensitz sollte Haftcreme nicht notwendig sein. In bestimmten Situationen — etwa bei stark atrophiertem Kieferkamm, bei Mundtrockenheit oder in der Eingewöhnungsphase — kann ein dünn aufgetragenes Haftmittel jedoch den Komfort verbessern. Haftcreme ist kein Zeichen einer schlechten Prothese, sollte aber nicht als Dauerlösung für eine schlecht sitzende Prothese dienen.

Implantatgestützte Deckprothese — das Upgrade: Für deutlich verbesserten Halt können Zahnimplantate als Verankerungselemente eingesetzt werden. Bewährte Systeme sind:

Eingewöhnung und Alltag mit Totalprothese

Die Eingewöhnung an eine Totalprothese ist ein Prozess, der Geduld und Übung erfordert. Insbesondere Erstträger sollten sich bewusst sein, dass die ersten Tage und Wochen herausfordernd sein können — das ist völlig normal.

Die ersten Tage:

Häufige Anfangsbeschwerden:

Tipps für mehr Sicherheit: Tragen Sie die Prothese konsequent — auch wenn es zunächst unangenehm ist. Nur durch regelmäßiges Tragen gewöhnen sich Muskulatur und Schleimhaut an den neuen Zahnersatz. Vermeiden Sie es, die Prothese ständig herauszunehmen und wieder einzusetzen.

Wann zum Zahnarzt? Druckstellen, die nach 2–3 Tagen nicht von selbst abklingen, sollten in der Praxis korrigiert werden. Versuchen Sie nicht, die Prothese selbst zu bearbeiten — eine professionelle Nachkorrektur dauert nur wenige Minuten und bringt sofortige Erleichterung.

Kosten und Kassenleistung bei Totalprothesen

Totalprothesen gehören zur Regelversorgung der gesetzlichen Krankenversicherung — das bedeutet, dass die Kasse einen befundbezogenen Festzuschuss für die Versorgung eines zahnlosen Kiefers leistet.

Regelversorgung: Die Standardversorgung bei vollständiger Zahnlosigkeit ist eine einfache Totalprothese aus PMMA mit Konfektionszähnen. Der Festzuschuss deckt den Großteil der Kosten, sodass der Eigenanteil bei 0–300 € liegt — je nach Kasse und Bonusheft.

Premium-Optionen: Wenn Sie sich für höherwertige Prothesenzähne (z. B. mehrschichtige Composite- oder Keramikzähne), individualisierte Zahnfleischästhetik oder aufwändigere Herstellungsverfahren entscheiden, bleibt der Festzuschuss identisch — Sie tragen die Mehrkosten selbst.

Bonusheft: Das Bonusheft ist auch für Prothesenträger relevant — regelmäßige Kontrolltermine erhöhen den Festzuschuss:

Unterfütterung und Reparaturen: Da sich der Kieferknochen im zahnlosen Kiefer kontinuierlich zurückbildet, benötigt eine Totalprothese alle 2–4 Jahre eine Unterfütterung (Rebasing), um den Sitz zu optimieren. Die Kosten für eine Unterfütterung werden von der Kasse bezuschusst und liegen beim Eigenanteil bei ca. 30–80 €.

Heil- und Kostenplan: Vor Behandlungsbeginn erstellen wir einen detaillierten Heil- und Kostenplan, den Sie bei Ihrer Krankenkasse einreichen. So kennen Sie Ihren Eigenanteil genau — die Planerstattung und Erstberatung sind selbstverständlich kostenlos.

Totalprothesen in unserer Münchener Praxis

In unserer Zahnarztpraxis in München-Oberföhring fertigen wir Totalprothesen mit dem Anspruch, dass herausnehmbarer Zahnersatz sowohl funktionell als auch ästhetisch überzeugen muss. Dr. Christina Dickel verbindet prothetische Fachkompetenz mit einem einfühlsamen Behandlungsansatz — besonders wichtig für Patienten, die erstmals eine Vollprothese erhalten.

Was unsere Praxis auszeichnet:

Vereinbaren Sie eine kostenlose Erstberatung — wir nehmen uns Zeit für Ihre Fragen und zeigen Ihnen alle Möglichkeiten auf.

Wie lange hält eine Totalprothese?
Eine gut gefertigte Totalprothese hält in der Regel 5–8 Jahre, bevor sie erneuert werden sollte. Der Grund: Der zahnlose Kieferknochen baut sich kontinuierlich ab (Atrophie), wodurch die Prothesenbasis mit der Zeit nicht mehr optimal passt. Durch regelmäßige Unterfütterungen (alle 2–4 Jahre) kann die Lebensdauer verlängert werden. Die Prothesenzähne nutzen sich je nach Material und Kaubelastung unterschiedlich schnell ab.
Wie reinige ich meine Totalprothese richtig?
Reinigen Sie Ihre Prothese nach jeder Mahlzeit unter fließendem Wasser und mindestens einmal täglich gründlich mit einer speziellen Prothesenbürste und Prothesenreiniger (keine normale Zahnpasta — sie ist zu abrasiv). Legen Sie die Prothese nachts in Wasser oder eine Reinigungslösung. Reinigen Sie auch Ihre Mundschleimhaut und den Gaumen mit einer weichen Bürste, um Beläge und Pilzinfektionen (Prothesenstomatitis) vorzubeugen.
Kann ich mit einer Totalprothese normal essen?
Nach einer Eingewöhnungsphase von 2–4 Wochen können Sie die meisten Speisen genießen. Beginnen Sie mit weicher Kost und steigern Sie die Festigkeit schrittweise. Kauen Sie immer beidseitig, um ein Kippen der Prothese zu vermeiden. Sehr harte Speisen (Nüsse, harte Krusten) und klebrige Lebensmittel (Karamell, Kaugummi) bleiben dauerhaft eine Herausforderung — insbesondere mit einer Unterkieferprothese ohne Implantatverankerung.
Soll ich meine Totalprothese nachts tragen?
In der Regel empfehlen wir, die Prothese nachts herauszunehmen. Die Mundschleimhaut braucht eine Erholungsphase ohne den Druck der Prothese — dies beugt Pilzinfektionen und Druckstellen vor. In den ersten Tagen nach der Eingliederung kann es jedoch sinnvoll sein, die Prothese auch nachts zu tragen, um die Eingewöhnung zu beschleunigen. Besprechen Sie dies bei Ihrem Nachsorgetermin mit uns.
Ist Haftcreme notwendig?
Bei einer gut sitzenden Totalprothese sollte Haftcreme nicht zwingend notwendig sein — insbesondere im Oberkiefer. Dennoch kann sie in bestimmten Situationen sinnvoll sein: bei stark atrophiertem Kieferkamm, Mundtrockenheit, während der Eingewöhnungsphase oder für zusätzliche Sicherheit bei besonderen Anlässen. Wenn Sie dauerhaft große Mengen Haftcreme benötigen, ist dies ein Zeichen, dass die Prothese überprüft oder unterfüttert werden sollte.
Sind Implantate eine Alternative zur Totalprothese?
Implantate sind keine Alternative zur Prothese, sondern eine Ergänzung. Bereits 2 Implantate im Unterkiefer mit Locator-Ankern verbessern den Halt einer Totalprothese dramatisch (implantatgestützte Deckprothese). Für einen festsitzenden Zahnersatz ohne herausnehmbare Prothese gibt es das All-on-4-Konzept: 4 Implantate tragen eine verschraubte Brücke. Wir beraten Sie individuell, welche Lösung für Ihre Situation — anatomisch und finanziell — am besten geeignet ist.
Was kostet eine Totalprothese mit Kassenleistung?
Die Totalprothese ist Regelversorgung der gesetzlichen Kasse. Der Eigenanteil liegt bei einer einfachen Totalprothese bei ca. 0–300 € pro Kiefer. Mit lückenlosem Bonusheft (5 Jahre: +20 %, 10 Jahre: +30 %) reduziert sich der Eigenanteil weiter. Premiumzähne und aufwändigere Herstellungsverfahren kosten 500–1.200 € Eigenanteil. Für eine implantatgestützte Deckprothese rechnen Sie mit 3.000–6.000 € gesamt.
Was tun bei Druckstellen und Anpassungsproblemen?
Druckstellen sind in den ersten Tagen nach Eingliederung einer neuen Totalprothese normal. Kommen Sie zeitnah zur Nachkorrektur in die Praxis — das Einschleifen dauert nur wenige Minuten und bringt sofortige Erleichterung. Versuchen Sie niemals, die Prothese selbst zu bearbeiten, und verzichten Sie nicht auf das Tragen — nur so gewöhnen sich Schleimhaut und Muskulatur an den neuen Zahnersatz.
Kann eine zerbrochene Prothese repariert werden?
Ja, in den meisten Fällen kann eine gebrochene Totalprothese repariert werden. Brüche der Kunststoffbasis und abgebrochene Prothesenzähne lassen sich zahntechnisch wiederherstellen — häufig innerhalb eines Tages (Sofortreparatur). Bringen Sie alle Bruchstücke mit und versuchen Sie nicht, die Prothese selbst zu kleben. Wiederholte Brüche an derselben Stelle können auf Passungenauigkeiten oder zu dünne Prothesenränder hinweisen.
Was ist eine Unterfütterung und wann ist sie nötig?
Eine Unterfütterung (Rebasing) passt die Innenseite der Prothesenbasis an die veränderte Kieferkammform an. Da sich der zahnlose Knochen kontinuierlich zurückbildet, verliert die Prothese mit der Zeit an Halt. Eine Unterfütterung wird alle 2–4 Jahre empfohlen — oder wenn die Prothese lockerer sitzt als gewohnt. Das Verfahren ist unkompliziert: Wir nehmen einen Abdruck in der vorhandenen Prothese, und das Labor ergänzt neues Material auf der Basis.
Beeinträchtigt eine Totalprothese das Sprechen?
In den ersten Tagen kann die Aussprache bestimmter Laute (S, Sch, Z, F, D, T) verändert klingen. Die Zunge muss sich an die neue Prothesenbasis und die veränderte Gaumenfläche gewöhnen. Durch gezieltes Üben — lautes Vorlesen, Sprechübungen — normalisiert sich die Aussprache in der Regel innerhalb von 1–2 Wochen. Anhaltende Sprechprobleme können auf eine fehlerhafte Zahnstellung hinweisen und sollten in der Praxis überprüft werden.
Totalprothese oder All-on-4 — was ist besser?
Die Totalprothese ist eine bewährte, kostengünstige und nicht-chirurgische Lösung. Das All-on-4-Konzept bietet festsitzenden Zahnersatz auf 4 Implantaten — maximaler Komfort ohne herausnehmbare Prothese, aber deutlich höhere Kosten (10.000–18.000 € pro Kiefer) und ein chirurgisches Verfahren. Die Entscheidung hängt von Ihrem Kieferknochenangebot, Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand, Ihren Erwartungen an den Tragekomfort und Ihrem Budget ab. Wir beraten Sie zu beiden Optionen objektiv.