Wir verwenden Cookies

Diese Website nutzt Google Analytics, um die Nutzung zu analysieren und unser Angebot zu verbessern. Ihre Zustimmung ist freiwillig und kann jederzeit widerrufen werden.

DGI-zertifizierte ImplantologinÜber 95% Erfolgsrate13+ Jahre Erfahrung

Wurzelbehandlung München - Zahnerhaltung | Zahnärztin Christina Dickel

Die Wurzelbehandlung ist eine bewährte und effektive Methode zur Erhaltung von Zähnen, die durch Karies oder Verletzungen bis in das Zahnmark beschädigt wurden. Eine Wurzelbehandlung in unserer Praxis in München ermöglicht es, den Zahn langfristig zu erhalten, seine Kaufunktion wiederherzustellen und Schmerzen zu lindern.

Was ist eine Wurzelbehandlung?

Eine Wurzelbehandlung — medizinisch korrekt als Wurzelkanalbehandlung oder Endodontie bezeichnet — ist ein zahnerhaltender Eingriff, der entzündetes oder abgestorbenes Zahnmark (die sogenannte Pulpa) aus dem Innern eines Zahnes entfernt. Die Pulpa ist das lebendige Gewebe im Zahninnern: ein komplexes Netz aus Blutgefäßen, Nervenfasern und Bindegewebe, das sich vom Kronenpulparaum durch die feinen Wurzelkanäle bis zur Wurzelspitze erstreckt.

Wenn Bakterien — meist durch tiefen Karies, einen Zahnunfall oder Risse im Zahn — die Pulpa erreichen, entsteht eine Entzündung (Pulpitis). Im fortgeschrittenen Stadium sterben die Pulpazellen ab (Pulpanekrose), und die Bakterien breiten sich durch die Wurzelkanäle auf das umliegende Knochen- und Weichgewebe aus. Die Folge ist eine periapikale Läsion — ein Entzündungsherd an der Wurzelspitze, der sich im Röntgenbild als dunkle Aufhellung zeigt und erhebliche Schmerzen sowie Schwellungen verursachen kann.

Die Wurzelbehandlung löst dieses Problem, indem die entzündete oder nekrotische Pulpa vollständig entfernt, die Kanäle gründlich gereinigt und desinfiziert und anschließend mit einem biokompatiblen Material dauerhaft verschlossen werden. Der Zahn bleibt im Kieferknochen erhalten — er verliert lediglich seine Vitalität, kann aber weiterhin normale Kaufunktion erfüllen.

Der schlechte Ruf der Wurzelbehandlung stammt aus einer vergangenen Ära ohne lokale Betäubung und ohne moderne Vergrößerungstechnik. Mit zeitgemäßer Anästhesie und mikroskopischer Präzision ist die Behandlung heute weitgehend schmerzfrei — und deutlich effektiver als früher.

Zahnquerschnitt: Gesunde Pulpa vs. entzündete Pulpa mit Infektion
Links: Gesunder Zahn mit vitaler Pulpa und intakten Wurzelkanälen. Rechts: Entzündete Pulpa mit bakterieller Invasion und periapikaler Läsion.

Warum Zahnerhalt immer Vorrang hat

Der wichtigste Grundsatz moderner Zahnmedizin lautet: Zahnerhalt vor Zahnersatz. Ein eigener, behandelter Zahn ist biologisch, funktionell und wirtschaftlich nahezu immer der besseren Alternative — der Extraktion und dem anschließenden Implantat — überlegen.

Der Kieferknochen rund um den Zahn bleibt durch die natürliche Kaubelastung erhalten. Ein Implantat kann diesen Knochenerhalt ebenfalls leisten, erfordert aber zunächst die Extraktion, eine Heilungszeit von drei bis sechs Monaten und einen chirurgischen Eingriff. Die Gesamtkosten eines Implantats — inklusive Aufbau und Krone — liegen typischerweise zwischen 2.000 und 4.000 EUR, wohingegen die Zuzahlung für eine moderne Wurzelbehandlung in der Regel zwischen 150 und 600 EUR beträgt. Eine investition in den Zahnerhalt lohnt sich also mehrfach — biologisch, funktionell und finanziell.

Symptome — Wann ist eine Wurzelbehandlung nötig?

Nicht jeder Zahnschmerz erfordert sofort eine Wurzelbehandlung — aber bestimmte Schmerztypen und klinische Zeichen sind deutliche Warnsignale. Je früher eine endodontische Behandlung eingeleitet wird, desto höher die Erfolgsrate und desto geringer der Aufwand.

Spontaner Schmerz (irreversible Pulpitis): Ein anhaltender, von selbst einsetzender Schmerz — oft pulsierend, nachts verstärkt — ist das klassische Zeichen einer irreversiblen Pulpitis. Die Pulpa ist so stark entzündet, dass sie sich nicht mehr selbst heilen kann. Eine Wurzelbehandlung ist in diesem Stadium unvermeidbar.

Aufbissempfindlichkeit (apikale Parodontitis): Schmerzen beim Kauen oder Beißen auf den betroffenen Zahn deuten auf eine Entzündung im Bereich der Wurzelspitze hin. Die Parodontalligamente — die Fasern, die den Zahn im Knochen verankern — sind entzündet und reagieren auf Druck.

Kälte- und Wärmeempfindlichkeit: Kurze, schnell abklingende Kältereize deuten oft auf eine reversible Pulpitis hin, die noch durch konservative Maßnahmen behandelt werden kann. Hält der Schmerz nach Entfernung des Reizes mehr als 30 Sekunden an, spricht das für eine irreversible Pulpitis, die eine Wurzelbehandlung erfordert. Starke Wärmeempfindlichkeit ist häufig ein Zeichen für eine fortgeschrittene Entzündung.

Verfärbter Zahn (devitaler Zahn): Eine zunehmende Grau- oder Gelbfärbung eines einzelnen Zahnes kann auf eine abgestorbene Pulpa hinweisen — oft ohne jeglichen Schmerz, da die Nervenfasern nicht mehr funktionieren.

Schwellung oder Fistel (Abszess): Eine Schwellung im Zahnfleisch über dem betroffenen Zahn, ein Eiterpickel (Fistel) oder sogar eine Gesichtsschwellung sind Zeichen eines akuten Abszesses. Hier besteht akuter Handlungsbedarf.

Trauma (Zahnunfall): Nach einem Zahnunfall — Sturz, Sportunfall, Schlag — kann die Pulpa auch ohne sichtbare Beschädigung absterben. Regelmäßige Kontrollen nach einem Trauma sind wichtig, um den Zustand der Pulpa zu überwachen.

Die entscheidende Botschaft: Frühzeitige Diagnose und Behandlung verbessern die Prognose erheblich. Warten Sie bei anhaltenden Beschwerden nicht ab — kontaktieren Sie uns unter 089/95 00 167.

Symptome einer Pulpitis: Schmerztypen und klinische Zeichen
Typische Symptome: Spontanschmerz, Aufbissempfindlichkeit, Temperaturempfindlichkeit, Verfärbung und Schwellung.

Mikroskopische Endodontie — Der entscheidende Unterschied

Die wichtigste Einzelinnovation der modernen Endodontie ist das OP-Mikroskop. Es verändert alles: was der Zahnarzt sieht, was er findet, und letztlich, wie erfolgreich die Behandlung ist. In unserer Praxis in München-Oberföhring ist das Mikroskop keine Option — es ist Standard für jede Wurzelkanalbehandlung.

Was das Mikroskop leistet: Bei einer 25-fachen Vergrößerung in kombination mit koaxialer Kaltlichtbeleuchtung sieht der Behandler Details, die mit bloßem Auge oder einfacher Lupenbrille schlicht unsichtbar sind. Dazu gehören:

  • Verborgene Kanäle — der MB2-Kanal im oberen Molaren (der zweite mesiobukkale Kanal) wird bei Behandlungen ohne Mikroskop in bis zu 50 % der Fälle übersehen. Unbehandelte Kanäle sind die häufigste Ursache für das Versagen einer Wurzelbehandlung.
  • Kalzifizierte (verkalkte) Kanäle — Im Alter verengen sich Kanäle. Unter dem Mikroskop können selbst stark verkalkte Kanäle sicher aufgefunden und aufbereitet werden.
  • Haarfeine Risse und Frakturen — ein Riss, der den Zahn langfristig gefährdet, ist ohne Vergrößerung oft nicht erkennbar. Das Mikroskop zeigt es vor der aufwendigen Behandlung.
  • Perforationen und anatomische Varianten — seltene, aber klinisch relevante Befunde, die unter Mikroskopsicht sicher identifiziert und behandelt werden können.

Erfolgsrate im Vergleich:

  • Wurzelbehandlung ohne Vergrößerung: ca. 70 % Langzeiterfolg
  • Wurzelbehandlung mit OP-Mikroskop: 90–95 % Langzeiterfolg

Dieser Unterschied ist klinisch bedeutsam: Jeder fünfte konventionell behandelte Zahn muss mittelfristig erneut behandelt oder extrahiert werden. Mit dem Mikroskop wird dieses Risiko mehr als halbiert.

Warum bieten es so wenige Praxen an? Ein hochwertiges Dental-OP-Mikroskop kostet 50.000 bis 100.000 EUR. Hinzu kommt eine intensive Ausbildung: Die Handhabung unter Mikroskop erfordert andere Bewegungsabläufe und eine spezifische Lernkurve. Viele Praxen scheuen diese Investition. Bei uns ist das Mikroskop in jede Wurzelbehandlung integriert — Dr. Corinna Koderer hat sich in mehrjährigen Curricula (Penn Tec2, Diemer Lege artis) genau auf diese Technik spezialisiert.

Vergleich: Behandlung ohne vs. mit OP-Mikroskop (25x Vergrößerung)
Links: Eingeschränkte Sicht ohne Vergrößerung. Rechts: Kristallklare 25-fache Vergrößerung unter dem OP-Mikroskop — versteckte Kanäle werden sichtbar.

Ablauf der Wurzelbehandlung in 7 Schritten

Eine Wurzelbehandlung in unserer Praxis folgt einem strukturierten, evidenzbasierten Protokoll. Die meisten Behandlungen dauern ein bis zwei Sitzungen à 60–90 Minuten. Komplexe Fälle (starke Infektion, viele Kanäle, Revision) können zwei bis drei Sitzungen erfordern.

Behandlungsablauf der Wurzelbehandlung in 7 Schritten
Von der DVT-Diagnostik über Anästhesie, Kofferdam, Kanalaufbereitung und Desinfektion bis zur thermoplastischen Obturation und Restauration.

1. DVT-Diagnostik — Dreidimensionale Planung

Vor der Behandlung erstellen wir bei Bedarf eine dreidimensionale Röntgenaufnahme (DVT). Anders als beim herkömmlichen Röntgenbild zeigt das DVT die genaue Kanalanatomie, Anzahl und Verlauf der Kanäle, periapikale Läsionen und eventuelle Frakturen in allen drei Raumebenen. Diese Information ist entscheidend für die Behandlungsplanung — insbesondere bei komplexen Molaren, Revisionen oder anatomischen Besonderheiten. Für Standardfälle reicht oft ein hochwertiges 2D-Röntgenbild.

2. Anästhesie — Vollständig schmerzfrei

Wir setzen modernste Anästhesietechniken ein, damit Sie während der gesamten Behandlung nichts spüren. Bei Unterkiefermolaren — den schwierigsten Zähnen für die klassische Leitungsanästhesie — verwenden wir bei Bedarf die intraligamentäre Anästhesie (ILA), die direkt im Parodontalspalt wirkt und eine zuverlässigere Betäubung auch bei akuter Entzündung gewährleistet. Sie nehmen nichts wahr außer leichtem Druck.

3. Kofferdam-Isolation — Goldstandard der Endodontie

Der Kofferdam ist ein dünnes Gummituch, das den behandelten Zahn vom Rest der Mundhöhle isoliert. Er erfüllt drei entscheidende Funktionen: Er schafft ein steriles Arbeitsfeld, verhindert die Kontamination der gereinigten Kanäle mit Speichelbakterien und schützt Sie als Patient — kein versehentliches Verschlucken von Spülflüssigkeiten oder Instrumenten. Die ESE (European Society of Endodontology) erklärt die Kofferdam-Verwendung zum unverzichtbaren Standard. In unserer Praxis ist er obligatorisch.

4. Kanalaufbereitung — Maschinelle NiTi-Feilen

Unter dem OP-Mikroskop werden alle Kanäle mit maschinellen Nickel-Titan-Feilen (NiTi) aufbereitet. NiTi-Feilen sind flexibel, folgen dem natürlichen Kanalverlauf ohne Begradigungsartefakte und sind im Single-Use-Betrieb (Einmalverwendung) deutlich sicherer als wiederverwendete Stahlinstrumente. Das maschinelle Drehmoment-kontrollierte System minimiert das Bruchrisiko auf unter 1 %. Alle Kanäle werden auf eine einheitliche Konizität geformt, die die nachfolgende Desinfektion und Obturation optimiert.

5. Desinfektion — Ultraschallaktivierte Spülung

Mechanische Aufbereitung allein reicht nicht aus — die Kanalwände sind von einem komplexen Netz aus Seitenkanälen durchzogen, die kein Instrument erreicht. Deshalb spülen wir mit Natriumhypochlorit (NaOCl) und EDTA unter ultraschallaktivierter Aktivierung. Die durch Ultraschall erzeugten Kavitationswellen transportieren die Spüllösung auch in die feinsten Verästelungen und erhöhen die Desinfektionswirkung erheblich. Bei stark infizierten Zähnen wird eine medikamentöse Einlage (Kalziumhydroxid) über einige Wochen eingesetzt, bevor die endgültige Füllung erfolgt.

6. Obturation — Thermoplastische Wurzelfüllung

Die gereinigten und desinfizierten Kanäle werden mit der thermoplastischen (warmen) Obturationstechnik dreidimensional verschlossen. Dabei wird Guttapercha (ein biokompatibles Naturmaterial) erwärmt und in die Kanäle kondensiert — so werden auch Seitenkanäle und Unregelmäßigkeiten vollständig ausgefüllt. Ergänzt wird dies durch einen biokompatiblen Sealer (z. B. auf Calciumsilikat-Basis). Der dichte Verschluss verhindert eine erneute bakterielle Besiedlung und ist entscheidend für die Langlebigkeit der Behandlung.

7. Restauration — Adhäsiver Aufbau und Krone

Nach der Wurzelfüllung muss der Zahn so schnell wie möglich definitiv versorgt werden. Wir legen einen adhäsiven Aufbau (Kompositaufbau), der die Zahnsubstanz schützt und die Krone oder Füllung trägt. Bei Seitenzähnen ist in den meisten Fällen eine Keramikkrone sinnvoll: Sie schützt den behandelten Zahn vor Längsrissen, die bei endodontisch behandelten Zähnen ohne ausreichende Überkuppelung ein erhöhtes Risiko darstellen. Bei Frontzähnen ist häufig eine hochwertge Kompositfüllung ausreichend. Den genauen Versorgungsplan besprechen wir mit Ihnen vor der Behandlung.

Vitalerhaltung der Pulpa — Zähne ohne Wurzelbehandlung retten

Nicht jeder exponierte oder entzündete Nerv erfordert sofort eine vollständige Wurzelkanalbehandlung. Wenn die Pulpa noch lebt und die Entzündung auf einen begrenzten Bereich beschränkt ist, können konservative Verfahren die Vitalität des Zahnes erhalten — ganz ohne Wurzelbehandlung.

Direkte Überkappung: Bei einer kleinen, sauberen Eröffnung der Pulpa (meist durch Karies oder Trauma) wird das lebende Pulpagewebe direkt mit einem bioaktiven Material (MTA — Mineral Trioxide Aggregate oder Biodentine) abgedeckt. Diese Calciumsilikat-Werkstoffe fördern die Bildung einer Dentinbrücke und ermöglichen der Pulpa, zu heilen. Voraussetzung: keine Zeichen einer irreversiblen Pulpitis, keine Abszessbildung.

Indirekte Überkappung: Bei tiefer Karies, die die Pulpa noch nicht eröffnet hat, wird eine dünne Schicht kariösen Dentins bewusst belassen und mit einem bioaktiven Material abgedeckt. Dies verhindert eine Pulpaeröffnung und stimuliert gleichzeitig die Bildung von Tertiärdentin.

Partielle Pulpotomie (Cvek-Pulpotomie): Das oberste, entzündete Pulpagewebe wird unter dem Mikroskop gezielt entfernt, der tiefere Teil der Pulpa bleibt erhalten und wird mit MTA oder Biodentine versiegelt. Dieses Verfahren eignet sich besonders für junge Patienten mit noch nicht vollständig ausgewachsenen Wurzeln und für Traumafälle.

Wann ist es zu spät? Zeichen einer irreversiblen Pulpitis (Spontanschmerz, lang anhaltende Schmerzreaktion, periapikale Aufhellung im Röntgenbild) schließen eine Vitalerhaltung in der Regel aus — dann ist die Wurzelbehandlung die einzige Alternative zur Extraktion.

Dr. Corinna Koderer hat sich in ihrer Ausbildung intensiv mit den neuesten Vitalerhaltungsprotokollen beschäftigt. Unsere Devise: „Nicht jeder exponierte Nerv braucht eine Wurzelbehandlung" — wir prüfen immer zuerst die konservativste Option.

Vitalerhaltung der Pulpa: Direkte Überkappung mit MTA/Biodentine
Konservative Pulpaerhaltung: Bei kleiner Eröffnung wird die vitale Pulpa mit bioaktivem Material (MTA/Biodentine) geschützt.

Revision — Wenn eine alte Wurzelbehandlung versagt

Eine früher durchgeführte Wurzelbehandlung gilt als gescheitert, wenn anhaltende Symptome (Schmerzen, Schwellung, Fistel) oder eine persistierende bzw. neu entstandene periapikale Läsion im Röntgenbild nachgewiesen werden. In solchen Fällen ist eine endodontische Revision — die erneute Aufbereitung und Obturation der Kanäle — oft der einzige Weg, den Zahn langfristig zu erhalten.

Warum versagen Wurzelbehandlungen? Die häufigsten Ursachen sind:

  • Übersehene oder unvollständig behandelte Kanäle — insbesondere der MB2-Kanal bei Oberkiefermolaren
  • Unzureichende Reinigung und Desinfektion — verbliebene Bakterien im Kanalsystem
  • Undichte Obturation — Guttapercha, die geschrumpft ist oder den Kanal nicht vollständig ausfüllt
  • Undichte koronale Restauration — Bakterien dringen durch schlecht sitzende Füllungen oder Kronen nach
  • Neue Karies oder Risse — eine sekundäre Infektion des Kanalsystems

Der Revisionsprozess: Unter dem OP-Mikroskop wird die alte Obturation (meist Guttapercha und Sealer) vollständig entfernt, alle Kanäle werden neu aufgesucht, gründlich gereinigt und erneut mit moderner Technik abgefüllt. Häufig werden bei der Revision Kanäle gefunden, die beim ersten Mal übersehen wurden.

Erfolgsrate der Revision: Mit mikroskopischer Technik liegt die Erfolgsrate bei 80–85 % — etwas niedriger als bei der Erstbehandlung, da das Kanalsystem bereits mechanisch verändert wurde. Dennoch ist die Revision in den meisten Fällen der Extraktion und dem Implantat vorzuziehen.

Wann ist Revision nicht mehr sinnvoll? Bei nachgewiesener vertikaler Wurzelfraktur, extremem Knochenverlust oder nicht zu beseitigenden anatomischen Hindernissen kann die Wurzelspitzenresektion (WSR) oder die Extraktion die bessere Option sein — das besprechen wir offen mit Ihnen.

Wurzelspitzenresektion (WSR) — Letzte Chance für den Zahn

Die Wurzelspitzenresektion (WSR) ist ein mikrochirurgischer Eingriff, bei dem der unterste Abschnitt der Zahnwurzel (die Wurzelspitze) operativ entfernt und der Kanal von unten (retrograd) versiegelt wird. Sie kommt dann in Betracht, wenn eine konventionelle Revision nicht möglich oder nicht erfolgversprechend ist.

Typische Indikationen:

  • Persistierende periapikale Läsion trotz adäquater endodontischer Behandlung
  • Anatomische Hindernisse im Kanal (z. B. abgebrochenes Instrument, starke Kalkeinlagerungen), die eine orthograde Revision verhindern
  • Vorhandener Stiftaufbau oder eine wertvolle prothetische Versorgung, die nicht entfernt werden soll
  • Persistierender apikaler Abszess bei sonst gut versorgtem Zahn

Das Verfahren: Unter örtlicher Betäubung wird das Zahnfleisch zurückgeklappt, der Knochen über der Wurzelspitze geöffnet und die Wurzelspitze unter mikroskopischer Sicht entfernt. Der Kanal wird von apikal gereinigt und mit MTA (Mineral Trioxide Aggregate) retrograd verschlossen — dem aktuellen Goldstandard für apikale Dichtigkeit. Die Wunde wird vernäht und heilt in der Regel innerhalb von sieben bis zehn Tagen ab. Röntgenkontrolle nach sechs und zwölf Monaten.

Erfolgsrate: Mikrochirurgische WSR mit MTA-Füllung erreicht Erfolgsraten von 85–95 % — bei richtiger Indikationsstellung eine verlässliche Option zur Zahnerhaltung.

Schmerzfreie Wurzelbehandlung — Keine Angst vor dem Zahnarzt

Die häufigste Frage, die uns Patienten stellen, lautet: „Tut eine Wurzelbehandlung weh?" Die Antwort ist eindeutig: Nein — bei moderner Anästhesie und sorgfältiger Technik spüren Sie während der Behandlung nichts außer gelegentlichem Druck.

Der schlechte Ruf der Wurzelbehandlung ist historisch bedingt. Jahrzehnte alte Berichte stammen aus einer Zeit, als Betäubungsmittel weniger wirksam waren und Mikroskope in der Zahnarztpraxis noch keine Rolle spielten. Die Angst ist heute schlimmer als die Behandlung — das hören wir regelmäßig von Patienten, die nach Jahren des Zögerns endlich zur Behandlung kamen.

Moderne Anästhesietechniken, die wir einsetzen:

  • Klassische Leitungsanästhesie — bewährt und effektiv für die große Mehrzahl der Fälle
  • Intraligamentäre Anästhesie (ILA) — besonders bei Unterkiefermolaren, wo die herkömmliche Leitungsanästhesie manchmal nicht ausreicht. Das Betäubungsmittel wird direkt in den Parodontalspalt injiziert und wirkt schnell und zuverlässig — auch bei akuter Entzündung
  • Intraossäre Anästhesie — in seltenen Resistenzfällen direkte Injektion in den Knochen für maximale Sicherheit

Was fühlen Sie während der Behandlung? Nach der Betäubung spüren Sie keinen Schmerz — allenfalls leichten Druck bei der Arbeit im Zahn. Kofferdam und Mikroskop ermöglichen eine ruhige, präzise Arbeit, die den Zahn minimal belastet.

Nach der Behandlung: Es ist normal, dass der Zahn in den ersten ein bis drei Tagen nach der Behandlung leicht druckempfindlich ist. Freiverkäufliche Schmerzmittel (Ibuprofen 400–600 mg) sind in der Regel ausreichend. Starke Schmerzen oder Schwellungen, die nach drei Tagen zunehmen, sind ein Grund, uns sofort zu kontaktieren.

Sedierungsmöglichkeiten: Für Patienten mit starker Zahnarztangst bieten wir nach vorheriger Absprache eine orale Sedierung an. Damit können Sie die Behandlung in einem entspannten, dämmrigen Zustand erleben, ohne vollständig in Narkose zu sein.

Wenn Sie unter Zahnarztangst leiden, empfehlen wir auch unsere Angstpatienten-Seite — dort erfahren Sie, wie wir mit Angst vor dem Zahnarzt umgehen und was wir gemeinsam tun können, damit jeder Besuch angenehmer wird.

Unsere Technologie für höchste Erfolgsraten

In unserer Praxis in München-Oberföhring setzen wir ausschließlich auf Geräte und Verfahren, deren Überlegenheit durch aktuelle Evidenz belegt ist. Hier ein Überblick über unsere endodontische Ausstattung:

TechnologieSpezifikationKlinischer Vorteil
OP-Mikroskop25-fache Vergrößerung, KoaxialbeleuchtungSichtbarkeit verborgener Kanäle, Risse, Kalzifikationen; +15–25 % Erfolgsrate
DVT (3D-Röntgen)Sub-mm-Auflösung, geringste StrahlungVollständige Kanalanatomie, periapikale Läsionen, Frakturdiagnostik
NiTi-FeilensystemMaschinell, rotierend, EinmalverwendungFlexibel, kanalkonform, kein Frakturrisiko durch Single-Use
Elektrische Längenmessung (Apex-Lokator)Digitale Endometrie, 3. GenerationExakte Arbeitslänge ohne zusätzliche Röntgenaufnahmen
Ultraschallaktivierte SpülungPassivierte Ultraschallaktivierung (PUI)Desinfektion auch in Seitenkanälen und isthmischen Verbindungen
Thermoplastische ObturationWarme vertikale Kondensation3D-Verschluss aller Kanalverzweigungen, dichter als Kaltfüllung

Diese Kombination entspricht den aktuellen Empfehlungen der ESE (European Society of Endodontology) und der DGZ (Deutsche Gesellschaft für Zahnerhaltung) für eine qualitativ hochwertige Endodontie.

Unsere Endodontie-Ausstattung: Mikroskop, DVT, NiTi, Ultraschall
Modernste Technik: OP-Mikroskop, DVT-Scanner, NiTi-Feilensystem, elektronische Längenmessung und Ultraschallspülung.

Erfolgsraten und wissenschaftliche Evidenz

Die Endodontie ist eine der am besten erforschten Disziplinen der Zahnmedizin. Alle Angaben zu Erfolgsraten basieren auf publizierten klinischen Studien und den Leitlinien der ESE (European Society of Endodontology).

Erfolgsraten im Überblick:

  • Primärbehandlung mit OP-Mikroskop: 90–95 % Langzeiterfolg (≥4 Jahre)
  • Primärbehandlung ohne Vergrößerung: ca. 70 % Langzeiterfolg
  • Revision mit OP-Mikroskop: 80–85 % Langzeiterfolg
  • Mikrochirurgische WSR mit MTA: 85–95 % Langzeiterfolg
  • Langzeiterhalt des Zahnes: 10–20+ Jahre bei adäquater Restauration und regelmäßiger Kontrolle

Definition von „Erfolg": Klinisch gilt eine Behandlung als erfolgreich, wenn nach mindestens vier Jahren keine Symptome vorliegen, die periapikale Läsion radiologisch abgeheilt ist und der Zahn seine Funktion erfüllt.

Studien zeigen, dass die koronale Restauration — also die Füllung oder Krone nach der Wurzelbehandlung — ebenso entscheidend für die Langzeitprognose ist wie die Qualität der endodontischen Behandlung selbst. Ein undichter Kronenverschluss kann das Kanalsystem erneut kontaminieren und die beste Wurzelfüllung zunichtemachen. Deshalb drängen wir auf eine zeitnahe Definitivversorgung nach der Wurzelbehandlung.

Kosten der Wurzelbehandlung

Die Kosten einer Wurzelbehandlung hängen davon ab, welche Techniken eingesetzt werden und wie komplex der Zahn ist. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen der GKV-Grundleistung (BEMA) und privaten Zusatzleistungen (GOZ), die eine höhere Qualität der Behandlung ermöglichen.

LeistungGKV (BEMA)Zuzahlung (GOZ)Warum sinnvoll?
GrundbehandlungKassenleistung0 EURBasisversorgung ohne Vergrößerung
Elektrische LängenmessungNicht enthalten30–60 EURExakte Kanallänge, weniger Röntgen
OP-MikroskopNicht enthalten200–400 EUR25x Vergrößerung, +15–25 % Erfolgsrate
Maschinelle NiTi-AufbereitungNicht enthalten80–150 EURSchonender, vollständigere Reinigung
Ultraschallaktivierte SpülungNicht enthalten40–80 EURBessere Desinfektion der Seitenkanäle
Thermoplastische ObturationNicht enthalten60–120 EURDichtere Füllung als Kaltfüllung
DVT (3D-Röntgen)Nicht enthalten80–200 EURKomplexe Anatomie, Revisionen

Typische Gesamtzuzahlung: Für eine Primärbehandlung mit vollem modernem Protokoll (Mikroskop, NiTi, Ultraschall, thermoplastische Füllung) rechnen GKV-Versicherte mit einer Zuzahlung von ca. 150–600 EUR pro Zahn — je nach Anzahl der Kanäle und Komplexität. Eine Revision kostet als Zuzahlung typischerweise 400–900 EUR, eine mikrochirurgische WSR 300–600 EUR.

Zum Vergleich: Ein Implantat inklusive Aufbau und Krone kostet 2.000–4.000 EUR — zumeist ohne GKV-Erstattung und mit einem chirurgischen Eingriff verbunden. Die Zuzahlung für eine moderne Wurzelbehandlung ist damit eine sehr kosteneffiziente Investition in den Zahnerhalt.

Wir erstellen Ihnen vor Behandlungsbeginn einen transparenten Heil- und Kostenplan, damit Sie genau wissen, was auf Sie zukommt. Keine versteckten Kosten.

Kostenübersicht: GKV-Grundleistung vs. Zuzahlung für moderne Endodontie
Transparente Kosten: Die GKV übernimmt die Grundbehandlung. Moderne Techniken (Mikroskop, NiTi, DVT) sind private Zuzahlung.

Nachsorge und Langlebigkeit

Eine gut durchgeführte Wurzelbehandlung ist kein Endpunkt — sie ist der Beginn eines neuen Lebenszyklus des Zahnes. Mit der richtigen Nachsorge und einer zeitnahen Versorgung kann ein endodontisch behandelter Zahn viele Jahrzehnte beschwerdefrei im Mund verbleiben.

Unmittelbar nach der Behandlung (erste 1–3 Tage): Der Zahn kann bei Druckbelastung leicht empfindlich sein — das ist ein normaler Reizzustand des periapikalen Gewebes. Freiverkäufliche Schmerzmittel (Ibuprofen 400–600 mg, 3-mal täglich nach Bedarf) sind in der Regel vollständig ausreichend. Kauen Sie wenn möglich auf der Gegenseite, bis die Definitiv-Restauration eingesetzt ist.

Wann sollten Sie uns kontaktieren? Wenn Schmerzen oder Schwellungen nach drei Tagen zunehmen statt abzuklingen, wenn eine sichtbare Schwellung entsteht oder wenn Sie Fieber entwickeln — bitte melden Sie sich sofort unter 089/95 00 167.

Definitive Restauration — so früh wie möglich: Der wichtigste Schritt nach der Wurzelbehandlung ist die zeitnahe Versorgung mit einer definitiven Restauration. Wir empfehlen einen adhäsiven Kompositaufbau innerhalb von 2–4 Wochen. Bei Seitenzähnen ist in den meisten Fällen eine Vollkeramikkrone sinnvoll, da devitale Zähne spröder sind und ohne Schutzkappe ein erhöhtes Frakturrisiko aufweisen. Bei Frontzähnen genügt häufig eine hochwertige Kompositfüllung oder ein Veneer.

Röntgenkontrollen: Sechs Monate nach der Behandlung erstellen wir eine Kontrollröntgenaufnahme, um die Abheilung der periapikalen Läsion zu beurteilen. Bei unauffälligem Befund genügt anschließend eine jährliche Röntgenkontrolle im Rahmen der Routineuntersuchung.

Langlebigkeit: Bei vollständig dichter Restauration und regelmäßiger Prophylaxe halten endodontisch behandelte Zähne in der Mehrheit der Fälle 10–20+ Jahre — oft ein Leben lang.

Ihre Endodontie-Spezialistinnen

In unserer Praxis in München-Oberföhring profitieren Sie von einer seltenen Konstellation: Zwei Spezialistinnen unter einem Dach, die sich gegenseitig ergänzen und gemeinsam das vollständige Spektrum moderner Endodontie — von der Vitalerhaltung über die Erstbehandlung und Revision bis zur chirurgischen WSR und ggf. Implantologie — abdecken.

Dr. Corinna Koderer — Endodontie-Spezialistin

Dr. Koderer ist unsere Spezialistin für mikroskopische Endodontie. Ihre Ausbildung umfasst die anspruchsvollsten endodontischen Curricula im deutschsprachigen Raum:

  • Tec2 Next-Level-Endo Curriculum, University of Pennsylvania (2025+)
  • Tec2 Endodontie Curriculum, University of Pennsylvania (2025)
  • Lege artis Endodontie bei Dr. Josef Diemer (2023)
  • Promotion magna cum laude, MKG Chirurgie, Universität Würzburg (2022)
  • Staatsexamen Note 1, Julius-Maximilians-Universität Würzburg (2019)
„Jeder Zahn verdient eine Chance. Mit dem Mikroskop und moderner Technik können wir heute Zähne erhalten, die früher als hoffnungslos galten."

Dr. Christina Dickel — Praxisinhaberin

Dr. Dickel bringt über 13 Jahre klinische Erfahrung und ein breites Spektrum an Zusatzqualifikationen mit:

  • Curriculum Implantologie, Deutsche Gesellschaft für Implantologie DGI (2014)
  • Curriculum Ästhetische Zahnheilkunde, DGÄZ (2015)
  • Curriculum Parodontologie, DG PARO (2016)
  • Staatsexamen Zahnmedizin, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (2012)

Als Praxisinhaberin koordiniert Dr. Dickel die Gesamtbehandlung — vom ersten Kontakt über die Endodontie bis zur prothetischen Versorgung. Falls ein Zahn trotz aller Bemühungen nicht zu erhalten ist, kann sie nahtlos in die Implantologie überleiten — alles aus einer Hand, ohne Patientenwechsel zwischen Praxen.

Wichtige Querschnittsthemen, die wir gemeinsam mit Ihnen besprechen:

  • Parodontologie — Endo-Paro-Läsionen erfordern eine koordinierte Behandlung beider Strukturen
  • Kariesbehandlung — tiefe Karies ist die häufigste Ursache der Pulpitis
  • Angstpatienten — wir nehmen Ihre Angst ernst und finden gemeinsam einen Weg
Dr. Koderer und Dr. Dickel: Zwei Endodontie-Spezialistinnen
Zwei Spezialistinnen unter einem Dach: Dr. Corinna Koderer (Penn Tec2, Diemer Lege artis) und Dr. Christina Dickel (Praxisinhaberin, 13+ Jahre Erfahrung).

Kosten im Überblick

Grundbehandlung (BEMA)

Kassenleistung

Basisversorgung ohne Vergrößerung oder maschinelle Aufbereitung

Elektrische Längenmessung

30 - 60 EUR

Exakte Bestimmung der Kanallänge, weniger Röntgenaufnahmen nötig

OP-Mikroskop

200 - 400 EUR

25-fache Vergrößerung für höchste Präzision und Erfolgsrate

Maschinelle NiTi-Aufbereitung

80 - 150 EUR

Flexible Einmalfeilen für schonende, vollständige Kanalreinigung

Ultraschallaktivierte Spülung

40 - 80 EUR

Effektivere Desinfektion auch in Seitenkanälen

Thermoplastische Obturation

60 - 120 EUR

Warme Fülltechnik für dichten, dreidimensionalen Verschluss

DVT (3D-Röntgen)

80 - 200 EUR

Dreidimensionale Darstellung bei komplexer Anatomie oder Revisionen

Primärbehandlung gesamt (Zuzahlung)

150 - 600 EUR

Typische Gesamtzuzahlung pro Zahn für moderne Endodontie

Revision (Zuzahlung)

400 - 900 EUR

Erneute Behandlung bei unzureichender Erstversorgung

WSR mikrochirurgisch (Zuzahlung)

300 - 600 EUR

Mikrochirurgische Wurzelspitzenresektion mit MTA-Verschluss

Die GKV übernimmt die Grundbehandlung nach BEMA. Alle darüber hinausgehenden Leistungen (Mikroskop, NiTi, DVT, etc.) werden nach GOZ privat berechnet. Wir erstellen Ihnen vor Behandlungsbeginn einen transparenten Heil- und Kostenplan.

Private Krankenversicherungen und Zahnzusatzversicherungen übernehmen in der Regel die vollen Kosten für moderne Endodontie. GKV-Patienten erhalten vor Behandlungsbeginn einen detaillierten Kostenplan.

Ratenzahlung nach individueller Vereinbarung möglich. Sprechen Sie uns an.

Risiken und Sicherheit

Wurzelbehandlung ist ein sicheres, bewährtes Verfahren. Wie bei jedem medizinischen Eingriff gibt es Risiken, die wir durch moderne Technologie und Erfahrung minimieren.

Instrumentenfraktur (Feilenbruch)

Selten (<1 % mit NiTi)

NiTi-Einmalfeilen, maschinelle Drehmoment-Kontrolle, Mikroskop zur Bergung

Perforation (Durchbohrung der Wurzel)

Sehr selten

Mikroskop-Sicht, DVT-Planung, MTA-Reparatur bei Bedarf

Persistierende Infektion

5–10 % (mit Mikroskop <5 %)

Ultraschallspülung, medikamentöse Einlage, ggf. Revision

Postoperativer Schmerz

Häufig (1–3 Tage, leicht)

OTC-Medikation, klingt spontan ab

Zahnfraktur (langfristig)

Möglich ohne Krone

Zeitnahe definitive Restauration, Krone bei Seitenzähnen

Verfärbung des Zahnes

Gelegentlich

Internes Bleaching möglich, Krone oder Veneer

Unsere Kombination aus OP-Mikroskop, DVT, NiTi-Einmalfeilen und ultraschallaktivierter Spülung reduziert jedes dieser Risiken auf ein Minimum. Die Erfolgsrate liegt bei 90–95 %.

Häufige Fragen

Beide Begriffe bezeichnen exakt dasselbe Verfahren. Im Volksmund sagt man oft „Wurzelbehandlung", der medizinisch korrekte Ausdruck lautet „Wurzelkanalbehandlung" oder „Endodontie". Gemeint ist immer die Entfernung der entzündeten Pulpa, die Reinigung der Kanäle und der dichte Verschluss des Kanalsystems.
Nein — mit moderner Anästhesie ist eine Wurzelbehandlung heute weitgehend schmerzfrei. Sie spüren allenfalls leichten Druck, keinen Schmerz. Für Unterkiefermolaren setzen wir bei Bedarf die intraligamentäre Anästhesie (ILA) ein, die auch bei akuter Entzündung zuverlässig wirkt. Nach der Behandlung kann der Zahn 1–3 Tage leicht druckempfindlich sein — das ist normal und klingt von selbst ab.
Die meisten Wurzelbehandlungen sind in ein bis zwei Sitzungen à 60–90 Minuten abgeschlossen. Komplexe Fälle (starke Infektion, viele Kanäle, Revisionen) können zwei bis drei Termine erfordern. Bei akutem Abszess führen wir zunächst eine Notfallöffnung zur Schmerzlinderung durch und setzen die definitive Behandlung im nächsten Termin fort.
GKV-Versicherte erhalten die Grundbehandlung als Kassenleistung. Die Zuzahlung für moderne Endodontie mit Mikroskop, NiTi-Feilen, Ultraschallspülung und thermoplastischer Füllung beträgt typischerweise 150–600 EUR pro Zahn — je nach Anzahl der Kanäle und Komplexität. Wir erstellen vor Behandlungsbeginn einen transparenten Heil- und Kostenplan.
Die GKV übernimmt die Grundbehandlung nach BEMA. Moderne Techniken wie das OP-Mikroskop, maschinelle NiTi-Aufbereitung, Ultraschallspülung, thermoplastische Obturation und DVT-Röntgen sind private Zusatzleistungen (GOZ), die wir als Zuzahlung berechnen. Privatversicherte und Zahnzusatzversicherungen übernehmen in der Regel die vollen Kosten.
Eine Revision ist indiziert, wenn nach einer früheren Wurzelbehandlung persistierende Symptome (Schmerzen, Schwellung, Fistel) bestehen oder wenn im Röntgenbild eine neue oder anhaltende periapikale Läsion erkennbar ist. Häufigste Ursachen: übersehene Kanäle, unzureichende Reinigung oder eine undichte Restauration. Die Erfolgsrate der Revision liegt mit Mikroskop bei 80–85 %.
Das OP-Mikroskop ermöglicht eine 25-fache Vergrößerung und Koaxialbeleuchtung — damit werden verborgene Kanäle (z. B. MB2), Risse und Kalzifikationen sichtbar, die ohne Vergrößerung nicht erkennbar sind. Die Erfolgsrate steigt von ca. 70 % (ohne Vergrößerung) auf 90–95 % (mit Mikroskop). Zudem kann unter Mikroskopsicht präziser und gewebeschonender gearbeitet werden.
Primärbehandlung mit OP-Mikroskop: 90–95 %. Primärbehandlung ohne Vergrößerung: ca. 70 %. Revision mit OP-Mikroskop: 80–85 %. Mikrochirurgische WSR mit MTA: 85–95 %. Diese Werte beziehen sich auf einen Nachbeobachtungszeitraum von mindestens vier Jahren und basieren auf publizierten Studien nach ESE-Leitlinien.
Ja — ein devitaler (abgestorbener) Zahn kann nach erfolgreicher Wurzelbehandlung und dichter Versorgung dauerhaft im Mund verbleiben und seine Kaufunktion erfüllen. Der Zahn ist nicht mehr lebendig, aber trotzdem funktionstüchtig. Regelmäßige Röntgenkontrollen (jährlich) sind wichtig, um eine erneute Infektion frühzeitig zu erkennen.
Die Wurzelspitzenresektion (WSR) ist ein mikrochirurgischer Eingriff, bei dem die Wurzelspitze operativ entfernt und der Kanal von apikal (von unten) mit MTA versiegelt wird. Sie kommt in Betracht, wenn eine konventionelle Revision nicht möglich ist — etwa bei einem vorhandenen Stiftaufbau, anatomischen Hindernissen oder einer persistierenden Läsion trotz adäquater Behandlung. Erfolgsrate: 85–95 %.
Wir empfehlen immer, zuerst den natürlichen Zahn zu erhalten. Ein eigener Zahn ist biologisch überlegen: Er erhält den Kieferknochen optimal und erfordert keine Chirurgie. Erst wenn der Zahn trotz Wurzelbehandlung, Revision und WSR nicht erhalten werden kann, ist das Implantat die beste Alternative. Wirtschaftlich ist die Wurzelbehandlung in den meisten Fällen deutlich günstiger (150–600 EUR Zuzahlung vs. 2.000–4.000 EUR für ein Implantat).
Mit einer qualitativ hochwertigen Wurzelfüllung und einer zeitnahen definitiven Restauration (Krone bei Seitenzähnen) halten endodontisch behandelte Zähne in der Mehrzahl der Fälle 10–20+ Jahre — häufig ein Leben lang. Entscheidend sind: dichte koronale Versorgung, gute Mundhygiene, regelmäßige Prophylaxe und jährliche Röntgenkontrolle.
Vitalerhaltung bezeichnet konservative Verfahren, die die lebendige Pulpa erhalten, wenn die Entzündung noch nicht irreversibel ist. Dazu gehören direkte Überkappung (bioaktives Material MTA oder Biodentine direkt auf die Pulpa), indirekte Überkappung (Belassen einer Restschicht kariösen Dentins) und partielle Pulpotomie (Entfernung nur des entzündeten Pulpaanteils). Bei richtiger Indikation kann so eine vollständige Wurzelbehandlung vermieden werden.
Das hängt von der Lage und dem Restzahnbestand ab. Bei Seitenzähnen (Prämolaren, Molaren) empfehlen wir in der Regel eine Vollkeramikkrone, da devitale Zähne spröder sind und ohne Überkuppelung ein erhöhtes Längsriss-Risiko besteht. Bei Frontzähnen genügt häufig eine hochwertige Kompositfüllung oder ein Veneer, sofern ausreichend Zahnsubstanz vorhanden ist.
Ohne Behandlung breitet sich die Infektion aus: Es entsteht ein Abszess mit Schwellung und starken Schmerzen, das umgebende Knochengewebe wird zerstört (periapikale Ostitis), und letztlich geht der Zahn verloren. In seltenen schweren Fällen kann sich die Infektion in benachbarte Strukturen ausbreiten (Phlegmone, Mediastinitis) — dies kann lebensbedrohlich sein. Bitte warten Sie bei anhaltenden Symptomen nicht ab.
Das DVT (Digitale Volumentomographie, 3D-Röntgen) zeigt die exakte Kanalanatomie in drei Dimensionen — Anzahl, Verlauf und Krümmung der Kanäle, die Ausdehnung periapikaler Läsionen und eventuelle Frakturen. Diese Informationen sind besonders bei Molaren mit komplexer Anatomie, bei Revisionen und bei der WSR-Planung unverzichtbar. Für einfache Standardfälle reicht oft ein hochwertiges 2D-Röntgenbild.
Nickel-Titan-Feilen (NiTi) sind flexibel, können starke Kanalkrümmungen verfolgen ohne zu begradigen, und werden maschinell mit kontrolliertem Drehmoment eingesetzt — das reduziert das Bruchrisiko erheblich. Handfeilen aus Edelstahl sind steifer und erfordern mehr manuelle Kraft. Wir verwenden ausschließlich NiTi-Einmalfeilen (Single-Use) für maximale Sicherheit und Hygiene.
Ja — eine Wurzelbehandlung in der Schwangerschaft ist sicher und bei akuter Infektion sogar dringend empfohlen. Das zweite Trimester ist der ideale Zeitpunkt (geringste Stresssituation für Mutter und Kind). Wir verwenden bewährte Lokalanästhetika ohne Adrenalin-Überdosierung und machen nur die notwendigsten Röntgenaufnahmen mit Schutzschürze. Informieren Sie uns bitte zu Beginn der Behandlung über Ihre Schwangerschaft.
Achten Sie auf: OP-Mikroskop als Standard (nicht als Option), spezifische Endodontie-Weiterbildung (Penn Tec2, Diemer Lege artis, DGZ-Curricula), DVT in der Praxis und Kofferdam-Verwendung als Routine. Unsere Praxis an der Oberföhringer Straße 183a in München-Oberföhring erfüllt alle diese Kriterien. Terminanfragen unter 089/95 00 167.
Der Kofferdam ist ein dünnes Latexgummituch (auch latexfrei erhältlich), das den zu behandelnden Zahn durch ein Loch isoliert und vom Rest der Mundhöhle trennt. Er erfüllt drei Kernfunktionen: steriles Arbeitsfeld (kein Speichelkontakt = kein Keim-Reinfektion der gereinigten Kanäle), Patientenschutz (kein Verschlucken von Spüllösung oder Instrumenten) und Komfort (kein dauerndes Mund-offenhalten). Die ESE erklärt ihn zum Standard — in unserer Praxis ist er bei jeder Wurzelbehandlung obligatorisch.
Ja — Unterkiefermolaren haben meist drei bis vier Kanäle, Oberkiefermolaren sogar vier (inklusive des häufig übersehenen MB2-Kanals). Die Kanäle sind oft stark gekrümmt und schwer zugänglich. Gerade deshalb ist das OP-Mikroskop bei Molaren unverzichtbar: Es ermöglicht das sichere Auffinden aller Kanäle und die präzise Aufbereitung auch bei schwieriger Anatomie. Wir behandeln Molaren routinemäßig mit Mikroskop.
Bei akuten Zahnschmerzen — besonders starkem Spontanschmerz, der nachts zunimmt — kontaktieren Sie uns bitte unter 089/95 00 167. Wir versuchen, Notfallpatienten innerhalb von 24 Stunden zu behandeln. Als Soforthilfe bis zum Termin: Ibuprofen 400–600 mg (sofern keine Kontraindikationen), kühlende Kompressen von außen, aufrechte Schlafposition (Kopf leicht erhöht). Bitte legen Sie keine Wärmeanwendungen direkt auf die Wange — Wärme kann einen Abszess verschlimmern.

Qualifikationen und Zertifikate

2025+

Tec2 Next-Level-Endo Curriculum

University of Pennsylvania

2025

Tec2 Endodontie Curriculum

University of Pennsylvania

2024

Curriculum Implantologie

Deutsche Gesellschaft für Implantologie (DGI)

2023

Lege artis Endodontie

Dr. Josef Diemer

2022

Promotion (Dr. med. dent.) magna cum laude

MKG Chirurgie, Universität Würzburg

2019

Staatsexamen Zahnmedizin (Note 1)

Julius-Maximilians-Universität Würzburg

2012–heute

Über 13 Jahre klinische Erfahrung

2016

Curriculum Parodontologie

DG PARO

2015

Curriculum Ästhetische Zahnheilkunde

DGÄZ

2014

Curriculum Implantologie

Deutsche Gesellschaft für Implantologie (DGI)

2012

Staatsexamen Zahnmedizin

Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Bereit für Ihr strahlendes Lächeln?

Vereinbaren Sie jetzt Ihr kostenloses Beratungsgespräch. Wir freuen uns auf Sie.

Verwandte Leistungen

Bereit für Ihre
Wurzelbehandlung?

Vereinbaren Sie noch heute Ihren Beratungstermin und lassen Sie sich von unserer Expertise überzeugen. Wir freuen uns darauf, Ihnen zu einem gesunden und strahlenden Lächeln zu verhelfen.

Behandlungsübersicht:

Behandlungsdauer:
Sitzungen:
Investition:
Spezialistin: Zahnärztin Dickel

Kontakt & Anfahrt

Zahnarztpraxis Christina Dickel
Oberföhringer Straße 183a, 81925 München

Sprechzeiten

Mo:08:00-19:00
Di:08:00-19:00
Mi:08:00-19:00
Do:08:00-19:00
Fr:08:00-13:00
13+
Jahre Erfahrung
4.9
★★★★★ Bewertung
100%
Zufriedenheit

Warum Zahnerhalt immer Vorrang hat

Der wichtigste Grundsatz moderner Zahnmedizin lautet: Zahnerhalt vor Zahnersatz. Ein eigener, behandelter Zahn ist biologisch, funktionell und wirtschaftlich nahezu immer der besseren Alternative — der Extraktion und dem anschließenden Implantat — überlegen.

Der Kieferknochen rund um den Zahn bleibt durch die natürliche Kaubelastung erhalten. Ein Implantat kann diesen Knochenerhalt ebenfalls leisten, erfordert aber zunächst die Extraktion, eine Heilungszeit von drei bis sechs Monaten und einen chirurgischen Eingriff. Die Gesamtkosten eines Implantats — inklusive Aufbau und Krone — liegen typischerweise zwischen 2.000 und 4.000 EUR, wohingegen die Zuzahlung für eine moderne Wurzelbehandlung in der Regel zwischen 150 und 600 EUR beträgt. Eine investition in den Zahnerhalt lohnt sich also mehrfach — biologisch, funktionell und finanziell.

Symptome — Wann ist eine Wurzelbehandlung nötig?

Nicht jeder Zahnschmerz erfordert sofort eine Wurzelbehandlung — aber bestimmte Schmerztypen und klinische Zeichen sind deutliche Warnsignale. Je früher eine endodontische Behandlung eingeleitet wird, desto höher die Erfolgsrate und desto geringer der Aufwand.

Spontaner Schmerz (irreversible Pulpitis): Ein anhaltender, von selbst einsetzender Schmerz — oft pulsierend, nachts verstärkt — ist das klassische Zeichen einer irreversiblen Pulpitis. Die Pulpa ist so stark entzündet, dass sie sich nicht mehr selbst heilen kann. Eine Wurzelbehandlung ist in diesem Stadium unvermeidbar.

Aufbissempfindlichkeit (apikale Parodontitis): Schmerzen beim Kauen oder Beißen auf den betroffenen Zahn deuten auf eine Entzündung im Bereich der Wurzelspitze hin. Die Parodontalligamente — die Fasern, die den Zahn im Knochen verankern — sind entzündet und reagieren auf Druck.

Kälte- und Wärmeempfindlichkeit: Kurze, schnell abklingende Kältereize deuten oft auf eine reversible Pulpitis hin, die noch durch konservative Maßnahmen behandelt werden kann. Hält der Schmerz nach Entfernung des Reizes mehr als 30 Sekunden an, spricht das für eine irreversible Pulpitis, die eine Wurzelbehandlung erfordert. Starke Wärmeempfindlichkeit ist häufig ein Zeichen für eine fortgeschrittene Entzündung.

Verfärbter Zahn (devitaler Zahn): Eine zunehmende Grau- oder Gelbfärbung eines einzelnen Zahnes kann auf eine abgestorbene Pulpa hinweisen — oft ohne jeglichen Schmerz, da die Nervenfasern nicht mehr funktionieren.

Schwellung oder Fistel (Abszess): Eine Schwellung im Zahnfleisch über dem betroffenen Zahn, ein Eiterpickel (Fistel) oder sogar eine Gesichtsschwellung sind Zeichen eines akuten Abszesses. Hier besteht akuter Handlungsbedarf.

Trauma (Zahnunfall): Nach einem Zahnunfall — Sturz, Sportunfall, Schlag — kann die Pulpa auch ohne sichtbare Beschädigung absterben. Regelmäßige Kontrollen nach einem Trauma sind wichtig, um den Zustand der Pulpa zu überwachen.

Die entscheidende Botschaft: Frühzeitige Diagnose und Behandlung verbessern die Prognose erheblich. Warten Sie bei anhaltenden Beschwerden nicht ab — kontaktieren Sie uns unter 089/95 00 167.

Mikroskopische Endodontie — Der entscheidende Unterschied

Die wichtigste Einzelinnovation der modernen Endodontie ist das OP-Mikroskop. Es verändert alles: was der Zahnarzt sieht, was er findet, und letztlich, wie erfolgreich die Behandlung ist. In unserer Praxis in München-Oberföhring ist das Mikroskop keine Option — es ist Standard für jede Wurzelkanalbehandlung.

Was das Mikroskop leistet: Bei einer 25-fachen Vergrößerung in kombination mit koaxialer Kaltlichtbeleuchtung sieht der Behandler Details, die mit bloßem Auge oder einfacher Lupenbrille schlicht unsichtbar sind. Dazu gehören:

Erfolgsrate im Vergleich:

Dieser Unterschied ist klinisch bedeutsam: Jeder fünfte konventionell behandelte Zahn muss mittelfristig erneut behandelt oder extrahiert werden. Mit dem Mikroskop wird dieses Risiko mehr als halbiert.

Warum bieten es so wenige Praxen an? Ein hochwertiges Dental-OP-Mikroskop kostet 50.000 bis 100.000 EUR. Hinzu kommt eine intensive Ausbildung: Die Handhabung unter Mikroskop erfordert andere Bewegungsabläufe und eine spezifische Lernkurve. Viele Praxen scheuen diese Investition. Bei uns ist das Mikroskop in jede Wurzelbehandlung integriert — Dr. Corinna Koderer hat sich in mehrjährigen Curricula (Penn Tec2, Diemer Lege artis) genau auf diese Technik spezialisiert.

Ablauf der Wurzelbehandlung in 7 Schritten

Eine Wurzelbehandlung in unserer Praxis folgt einem strukturierten, evidenzbasierten Protokoll. Die meisten Behandlungen dauern ein bis zwei Sitzungen à 60–90 Minuten. Komplexe Fälle (starke Infektion, viele Kanäle, Revision) können zwei bis drei Sitzungen erfordern.

1. DVT-Diagnostik — Dreidimensionale Planung

Vor der Behandlung erstellen wir bei Bedarf eine dreidimensionale Röntgenaufnahme (DVT). Anders als beim herkömmlichen Röntgenbild zeigt das DVT die genaue Kanalanatomie, Anzahl und Verlauf der Kanäle, periapikale Läsionen und eventuelle Frakturen in allen drei Raumebenen. Diese Information ist entscheidend für die Behandlungsplanung — insbesondere bei komplexen Molaren, Revisionen oder anatomischen Besonderheiten. Für Standardfälle reicht oft ein hochwertiges 2D-Röntgenbild.

2. Anästhesie — Vollständig schmerzfrei

Wir setzen modernste Anästhesietechniken ein, damit Sie während der gesamten Behandlung nichts spüren. Bei Unterkiefermolaren — den schwierigsten Zähnen für die klassische Leitungsanästhesie — verwenden wir bei Bedarf die intraligamentäre Anästhesie (ILA), die direkt im Parodontalspalt wirkt und eine zuverlässigere Betäubung auch bei akuter Entzündung gewährleistet. Sie nehmen nichts wahr außer leichtem Druck.

3. Kofferdam-Isolation — Goldstandard der Endodontie

Der Kofferdam ist ein dünnes Gummituch, das den behandelten Zahn vom Rest der Mundhöhle isoliert. Er erfüllt drei entscheidende Funktionen: Er schafft ein steriles Arbeitsfeld, verhindert die Kontamination der gereinigten Kanäle mit Speichelbakterien und schützt Sie als Patient — kein versehentliches Verschlucken von Spülflüssigkeiten oder Instrumenten. Die ESE (European Society of Endodontology) erklärt die Kofferdam-Verwendung zum unverzichtbaren Standard. In unserer Praxis ist er obligatorisch.

4. Kanalaufbereitung — Maschinelle NiTi-Feilen

Unter dem OP-Mikroskop werden alle Kanäle mit maschinellen Nickel-Titan-Feilen (NiTi) aufbereitet. NiTi-Feilen sind flexibel, folgen dem natürlichen Kanalverlauf ohne Begradigungsartefakte und sind im Single-Use-Betrieb (Einmalverwendung) deutlich sicherer als wiederverwendete Stahlinstrumente. Das maschinelle Drehmoment-kontrollierte System minimiert das Bruchrisiko auf unter 1 %. Alle Kanäle werden auf eine einheitliche Konizität geformt, die die nachfolgende Desinfektion und Obturation optimiert.

5. Desinfektion — Ultraschallaktivierte Spülung

Mechanische Aufbereitung allein reicht nicht aus — die Kanalwände sind von einem komplexen Netz aus Seitenkanälen durchzogen, die kein Instrument erreicht. Deshalb spülen wir mit Natriumhypochlorit (NaOCl) und EDTA unter ultraschallaktivierter Aktivierung. Die durch Ultraschall erzeugten Kavitationswellen transportieren die Spüllösung auch in die feinsten Verästelungen und erhöhen die Desinfektionswirkung erheblich. Bei stark infizierten Zähnen wird eine medikamentöse Einlage (Kalziumhydroxid) über einige Wochen eingesetzt, bevor die endgültige Füllung erfolgt.

6. Obturation — Thermoplastische Wurzelfüllung

Die gereinigten und desinfizierten Kanäle werden mit der thermoplastischen (warmen) Obturationstechnik dreidimensional verschlossen. Dabei wird Guttapercha (ein biokompatibles Naturmaterial) erwärmt und in die Kanäle kondensiert — so werden auch Seitenkanäle und Unregelmäßigkeiten vollständig ausgefüllt. Ergänzt wird dies durch einen biokompatiblen Sealer (z. B. auf Calciumsilikat-Basis). Der dichte Verschluss verhindert eine erneute bakterielle Besiedlung und ist entscheidend für die Langlebigkeit der Behandlung.

7. Restauration — Adhäsiver Aufbau und Krone

Nach der Wurzelfüllung muss der Zahn so schnell wie möglich definitiv versorgt werden. Wir legen einen adhäsiven Aufbau (Kompositaufbau), der die Zahnsubstanz schützt und die Krone oder Füllung trägt. Bei Seitenzähnen ist in den meisten Fällen eine Keramikkrone sinnvoll: Sie schützt den behandelten Zahn vor Längsrissen, die bei endodontisch behandelten Zähnen ohne ausreichende Überkuppelung ein erhöhtes Risiko darstellen. Bei Frontzähnen ist häufig eine hochwertge Kompositfüllung ausreichend. Den genauen Versorgungsplan besprechen wir mit Ihnen vor der Behandlung.

Vitalerhaltung der Pulpa — Zähne ohne Wurzelbehandlung retten

Nicht jeder exponierte oder entzündete Nerv erfordert sofort eine vollständige Wurzelkanalbehandlung. Wenn die Pulpa noch lebt und die Entzündung auf einen begrenzten Bereich beschränkt ist, können konservative Verfahren die Vitalität des Zahnes erhalten — ganz ohne Wurzelbehandlung.

Direkte Überkappung: Bei einer kleinen, sauberen Eröffnung der Pulpa (meist durch Karies oder Trauma) wird das lebende Pulpagewebe direkt mit einem bioaktiven Material (MTA — Mineral Trioxide Aggregate oder Biodentine) abgedeckt. Diese Calciumsilikat-Werkstoffe fördern die Bildung einer Dentinbrücke und ermöglichen der Pulpa, zu heilen. Voraussetzung: keine Zeichen einer irreversiblen Pulpitis, keine Abszessbildung.

Indirekte Überkappung: Bei tiefer Karies, die die Pulpa noch nicht eröffnet hat, wird eine dünne Schicht kariösen Dentins bewusst belassen und mit einem bioaktiven Material abgedeckt. Dies verhindert eine Pulpaeröffnung und stimuliert gleichzeitig die Bildung von Tertiärdentin.

Partielle Pulpotomie (Cvek-Pulpotomie): Das oberste, entzündete Pulpagewebe wird unter dem Mikroskop gezielt entfernt, der tiefere Teil der Pulpa bleibt erhalten und wird mit MTA oder Biodentine versiegelt. Dieses Verfahren eignet sich besonders für junge Patienten mit noch nicht vollständig ausgewachsenen Wurzeln und für Traumafälle.

Wann ist es zu spät? Zeichen einer irreversiblen Pulpitis (Spontanschmerz, lang anhaltende Schmerzreaktion, periapikale Aufhellung im Röntgenbild) schließen eine Vitalerhaltung in der Regel aus — dann ist die Wurzelbehandlung die einzige Alternative zur Extraktion.

Dr. Corinna Koderer hat sich in ihrer Ausbildung intensiv mit den neuesten Vitalerhaltungsprotokollen beschäftigt. Unsere Devise: „Nicht jeder exponierte Nerv braucht eine Wurzelbehandlung" — wir prüfen immer zuerst die konservativste Option.

Revision — Wenn eine alte Wurzelbehandlung versagt

Eine früher durchgeführte Wurzelbehandlung gilt als gescheitert, wenn anhaltende Symptome (Schmerzen, Schwellung, Fistel) oder eine persistierende bzw. neu entstandene periapikale Läsion im Röntgenbild nachgewiesen werden. In solchen Fällen ist eine endodontische Revision — die erneute Aufbereitung und Obturation der Kanäle — oft der einzige Weg, den Zahn langfristig zu erhalten.

Warum versagen Wurzelbehandlungen? Die häufigsten Ursachen sind:

Der Revisionsprozess: Unter dem OP-Mikroskop wird die alte Obturation (meist Guttapercha und Sealer) vollständig entfernt, alle Kanäle werden neu aufgesucht, gründlich gereinigt und erneut mit moderner Technik abgefüllt. Häufig werden bei der Revision Kanäle gefunden, die beim ersten Mal übersehen wurden.

Erfolgsrate der Revision: Mit mikroskopischer Technik liegt die Erfolgsrate bei 80–85 % — etwas niedriger als bei der Erstbehandlung, da das Kanalsystem bereits mechanisch verändert wurde. Dennoch ist die Revision in den meisten Fällen der Extraktion und dem Implantat vorzuziehen.

Wann ist Revision nicht mehr sinnvoll? Bei nachgewiesener vertikaler Wurzelfraktur, extremem Knochenverlust oder nicht zu beseitigenden anatomischen Hindernissen kann die Wurzelspitzenresektion (WSR) oder die Extraktion die bessere Option sein — das besprechen wir offen mit Ihnen.

Wurzelspitzenresektion (WSR) — Letzte Chance für den Zahn

Die Wurzelspitzenresektion (WSR) ist ein mikrochirurgischer Eingriff, bei dem der unterste Abschnitt der Zahnwurzel (die Wurzelspitze) operativ entfernt und der Kanal von unten (retrograd) versiegelt wird. Sie kommt dann in Betracht, wenn eine konventionelle Revision nicht möglich oder nicht erfolgversprechend ist.

Typische Indikationen:

Das Verfahren: Unter örtlicher Betäubung wird das Zahnfleisch zurückgeklappt, der Knochen über der Wurzelspitze geöffnet und die Wurzelspitze unter mikroskopischer Sicht entfernt. Der Kanal wird von apikal gereinigt und mit MTA (Mineral Trioxide Aggregate) retrograd verschlossen — dem aktuellen Goldstandard für apikale Dichtigkeit. Die Wunde wird vernäht und heilt in der Regel innerhalb von sieben bis zehn Tagen ab. Röntgenkontrolle nach sechs und zwölf Monaten.

Erfolgsrate: Mikrochirurgische WSR mit MTA-Füllung erreicht Erfolgsraten von 85–95 % — bei richtiger Indikationsstellung eine verlässliche Option zur Zahnerhaltung.

Schmerzfreie Wurzelbehandlung — Keine Angst vor dem Zahnarzt

Die häufigste Frage, die uns Patienten stellen, lautet: „Tut eine Wurzelbehandlung weh?" Die Antwort ist eindeutig: Nein — bei moderner Anästhesie und sorgfältiger Technik spüren Sie während der Behandlung nichts außer gelegentlichem Druck.

Der schlechte Ruf der Wurzelbehandlung ist historisch bedingt. Jahrzehnte alte Berichte stammen aus einer Zeit, als Betäubungsmittel weniger wirksam waren und Mikroskope in der Zahnarztpraxis noch keine Rolle spielten. Die Angst ist heute schlimmer als die Behandlung — das hören wir regelmäßig von Patienten, die nach Jahren des Zögerns endlich zur Behandlung kamen.

Moderne Anästhesietechniken, die wir einsetzen:

Was fühlen Sie während der Behandlung? Nach der Betäubung spüren Sie keinen Schmerz — allenfalls leichten Druck bei der Arbeit im Zahn. Kofferdam und Mikroskop ermöglichen eine ruhige, präzise Arbeit, die den Zahn minimal belastet.

Nach der Behandlung: Es ist normal, dass der Zahn in den ersten ein bis drei Tagen nach der Behandlung leicht druckempfindlich ist. Freiverkäufliche Schmerzmittel (Ibuprofen 400–600 mg) sind in der Regel ausreichend. Starke Schmerzen oder Schwellungen, die nach drei Tagen zunehmen, sind ein Grund, uns sofort zu kontaktieren.

Sedierungsmöglichkeiten: Für Patienten mit starker Zahnarztangst bieten wir nach vorheriger Absprache eine orale Sedierung an. Damit können Sie die Behandlung in einem entspannten, dämmrigen Zustand erleben, ohne vollständig in Narkose zu sein.

Wenn Sie unter Zahnarztangst leiden, empfehlen wir auch unsere Angstpatienten-Seite — dort erfahren Sie, wie wir mit Angst vor dem Zahnarzt umgehen und was wir gemeinsam tun können, damit jeder Besuch angenehmer wird.

Unsere Technologie für höchste Erfolgsraten

In unserer Praxis in München-Oberföhring setzen wir ausschließlich auf Geräte und Verfahren, deren Überlegenheit durch aktuelle Evidenz belegt ist. Hier ein Überblick über unsere endodontische Ausstattung:

TechnologieSpezifikationKlinischer Vorteil
OP-Mikroskop25-fache Vergrößerung, KoaxialbeleuchtungSichtbarkeit verborgener Kanäle, Risse, Kalzifikationen; +15–25 % Erfolgsrate
DVT (3D-Röntgen)Sub-mm-Auflösung, geringste StrahlungVollständige Kanalanatomie, periapikale Läsionen, Frakturdiagnostik
NiTi-FeilensystemMaschinell, rotierend, EinmalverwendungFlexibel, kanalkonform, kein Frakturrisiko durch Single-Use
Elektrische Längenmessung (Apex-Lokator)Digitale Endometrie, 3. GenerationExakte Arbeitslänge ohne zusätzliche Röntgenaufnahmen
Ultraschallaktivierte SpülungPassivierte Ultraschallaktivierung (PUI)Desinfektion auch in Seitenkanälen und isthmischen Verbindungen
Thermoplastische ObturationWarme vertikale Kondensation3D-Verschluss aller Kanalverzweigungen, dichter als Kaltfüllung

Diese Kombination entspricht den aktuellen Empfehlungen der ESE (European Society of Endodontology) und der DGZ (Deutsche Gesellschaft für Zahnerhaltung) für eine qualitativ hochwertige Endodontie.

Erfolgsraten und wissenschaftliche Evidenz

Die Endodontie ist eine der am besten erforschten Disziplinen der Zahnmedizin. Alle Angaben zu Erfolgsraten basieren auf publizierten klinischen Studien und den Leitlinien der ESE (European Society of Endodontology).

Erfolgsraten im Überblick:

Definition von „Erfolg": Klinisch gilt eine Behandlung als erfolgreich, wenn nach mindestens vier Jahren keine Symptome vorliegen, die periapikale Läsion radiologisch abgeheilt ist und der Zahn seine Funktion erfüllt.

Studien zeigen, dass die koronale Restauration — also die Füllung oder Krone nach der Wurzelbehandlung — ebenso entscheidend für die Langzeitprognose ist wie die Qualität der endodontischen Behandlung selbst. Ein undichter Kronenverschluss kann das Kanalsystem erneut kontaminieren und die beste Wurzelfüllung zunichtemachen. Deshalb drängen wir auf eine zeitnahe Definitivversorgung nach der Wurzelbehandlung.

Kosten der Wurzelbehandlung

Die Kosten einer Wurzelbehandlung hängen davon ab, welche Techniken eingesetzt werden und wie komplex der Zahn ist. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen der GKV-Grundleistung (BEMA) und privaten Zusatzleistungen (GOZ), die eine höhere Qualität der Behandlung ermöglichen.

LeistungGKV (BEMA)Zuzahlung (GOZ)Warum sinnvoll?
GrundbehandlungKassenleistung0 EURBasisversorgung ohne Vergrößerung
Elektrische LängenmessungNicht enthalten30–60 EURExakte Kanallänge, weniger Röntgen
OP-MikroskopNicht enthalten200–400 EUR25x Vergrößerung, +15–25 % Erfolgsrate
Maschinelle NiTi-AufbereitungNicht enthalten80–150 EURSchonender, vollständigere Reinigung
Ultraschallaktivierte SpülungNicht enthalten40–80 EURBessere Desinfektion der Seitenkanäle
Thermoplastische ObturationNicht enthalten60–120 EURDichtere Füllung als Kaltfüllung
DVT (3D-Röntgen)Nicht enthalten80–200 EURKomplexe Anatomie, Revisionen

Typische Gesamtzuzahlung: Für eine Primärbehandlung mit vollem modernem Protokoll (Mikroskop, NiTi, Ultraschall, thermoplastische Füllung) rechnen GKV-Versicherte mit einer Zuzahlung von ca. 150–600 EUR pro Zahn — je nach Anzahl der Kanäle und Komplexität. Eine Revision kostet als Zuzahlung typischerweise 400–900 EUR, eine mikrochirurgische WSR 300–600 EUR.

Zum Vergleich: Ein Implantat inklusive Aufbau und Krone kostet 2.000–4.000 EUR — zumeist ohne GKV-Erstattung und mit einem chirurgischen Eingriff verbunden. Die Zuzahlung für eine moderne Wurzelbehandlung ist damit eine sehr kosteneffiziente Investition in den Zahnerhalt.

Wir erstellen Ihnen vor Behandlungsbeginn einen transparenten Heil- und Kostenplan, damit Sie genau wissen, was auf Sie zukommt. Keine versteckten Kosten.

Nachsorge und Langlebigkeit

Eine gut durchgeführte Wurzelbehandlung ist kein Endpunkt — sie ist der Beginn eines neuen Lebenszyklus des Zahnes. Mit der richtigen Nachsorge und einer zeitnahen Versorgung kann ein endodontisch behandelter Zahn viele Jahrzehnte beschwerdefrei im Mund verbleiben.

Unmittelbar nach der Behandlung (erste 1–3 Tage): Der Zahn kann bei Druckbelastung leicht empfindlich sein — das ist ein normaler Reizzustand des periapikalen Gewebes. Freiverkäufliche Schmerzmittel (Ibuprofen 400–600 mg, 3-mal täglich nach Bedarf) sind in der Regel vollständig ausreichend. Kauen Sie wenn möglich auf der Gegenseite, bis die Definitiv-Restauration eingesetzt ist.

Wann sollten Sie uns kontaktieren? Wenn Schmerzen oder Schwellungen nach drei Tagen zunehmen statt abzuklingen, wenn eine sichtbare Schwellung entsteht oder wenn Sie Fieber entwickeln — bitte melden Sie sich sofort unter 089/95 00 167.

Definitive Restauration — so früh wie möglich: Der wichtigste Schritt nach der Wurzelbehandlung ist die zeitnahe Versorgung mit einer definitiven Restauration. Wir empfehlen einen adhäsiven Kompositaufbau innerhalb von 2–4 Wochen. Bei Seitenzähnen ist in den meisten Fällen eine Vollkeramikkrone sinnvoll, da devitale Zähne spröder sind und ohne Schutzkappe ein erhöhtes Frakturrisiko aufweisen. Bei Frontzähnen genügt häufig eine hochwertige Kompositfüllung oder ein Veneer.

Röntgenkontrollen: Sechs Monate nach der Behandlung erstellen wir eine Kontrollröntgenaufnahme, um die Abheilung der periapikalen Läsion zu beurteilen. Bei unauffälligem Befund genügt anschließend eine jährliche Röntgenkontrolle im Rahmen der Routineuntersuchung.

Langlebigkeit: Bei vollständig dichter Restauration und regelmäßiger Prophylaxe halten endodontisch behandelte Zähne in der Mehrheit der Fälle 10–20+ Jahre — oft ein Leben lang.

Ihre Endodontie-Spezialistinnen

In unserer Praxis in München-Oberföhring profitieren Sie von einer seltenen Konstellation: Zwei Spezialistinnen unter einem Dach, die sich gegenseitig ergänzen und gemeinsam das vollständige Spektrum moderner Endodontie — von der Vitalerhaltung über die Erstbehandlung und Revision bis zur chirurgischen WSR und ggf. Implantologie — abdecken.

Dr. Corinna Koderer — Endodontie-Spezialistin

Dr. Koderer ist unsere Spezialistin für mikroskopische Endodontie. Ihre Ausbildung umfasst die anspruchsvollsten endodontischen Curricula im deutschsprachigen Raum:

„Jeder Zahn verdient eine Chance. Mit dem Mikroskop und moderner Technik können wir heute Zähne erhalten, die früher als hoffnungslos galten."

Dr. Christina Dickel — Praxisinhaberin

Dr. Dickel bringt über 13 Jahre klinische Erfahrung und ein breites Spektrum an Zusatzqualifikationen mit:

Als Praxisinhaberin koordiniert Dr. Dickel die Gesamtbehandlung — vom ersten Kontakt über die Endodontie bis zur prothetischen Versorgung. Falls ein Zahn trotz aller Bemühungen nicht zu erhalten ist, kann sie nahtlos in die Implantologie überleiten — alles aus einer Hand, ohne Patientenwechsel zwischen Praxen.

Wichtige Querschnittsthemen, die wir gemeinsam mit Ihnen besprechen:

Was ist der Unterschied zwischen Wurzelbehandlung und Wurzelkanalbehandlung?
Beide Begriffe bezeichnen exakt dasselbe Verfahren. Im Volksmund sagt man oft „Wurzelbehandlung", der medizinisch korrekte Ausdruck lautet „Wurzelkanalbehandlung" oder „Endodontie". Gemeint ist immer die Entfernung der entzündeten Pulpa, die Reinigung der Kanäle und der dichte Verschluss des Kanalsystems.
Ist eine Wurzelbehandlung schmerzhaft?
Nein — mit moderner Anästhesie ist eine Wurzelbehandlung heute weitgehend schmerzfrei. Sie spüren allenfalls leichten Druck, keinen Schmerz. Für Unterkiefermolaren setzen wir bei Bedarf die intraligamentäre Anästhesie (ILA) ein, die auch bei akuter Entzündung zuverlässig wirkt. Nach der Behandlung kann der Zahn 1–3 Tage leicht druckempfindlich sein — das ist normal und klingt von selbst ab.
Wie lange dauert eine Wurzelbehandlung?
Die meisten Wurzelbehandlungen sind in ein bis zwei Sitzungen à 60–90 Minuten abgeschlossen. Komplexe Fälle (starke Infektion, viele Kanäle, Revisionen) können zwei bis drei Termine erfordern. Bei akutem Abszess führen wir zunächst eine Notfallöffnung zur Schmerzlinderung durch und setzen die definitive Behandlung im nächsten Termin fort.
Was kostet eine Wurzelbehandlung mit Mikroskop?
GKV-Versicherte erhalten die Grundbehandlung als Kassenleistung. Die Zuzahlung für moderne Endodontie mit Mikroskop, NiTi-Feilen, Ultraschallspülung und thermoplastischer Füllung beträgt typischerweise 150–600 EUR pro Zahn — je nach Anzahl der Kanäle und Komplexität. Wir erstellen vor Behandlungsbeginn einen transparenten Heil- und Kostenplan.
Übernimmt die Krankenkasse die Wurzelbehandlung?
Die GKV übernimmt die Grundbehandlung nach BEMA. Moderne Techniken wie das OP-Mikroskop, maschinelle NiTi-Aufbereitung, Ultraschallspülung, thermoplastische Obturation und DVT-Röntgen sind private Zusatzleistungen (GOZ), die wir als Zuzahlung berechnen. Privatversicherte und Zahnzusatzversicherungen übernehmen in der Regel die vollen Kosten.
Wann ist eine Revision der Wurzelbehandlung nötig?
Eine Revision ist indiziert, wenn nach einer früheren Wurzelbehandlung persistierende Symptome (Schmerzen, Schwellung, Fistel) bestehen oder wenn im Röntgenbild eine neue oder anhaltende periapikale Läsion erkennbar ist. Häufigste Ursachen: übersehene Kanäle, unzureichende Reinigung oder eine undichte Restauration. Die Erfolgsrate der Revision liegt mit Mikroskop bei 80–85 %.
Was ist der Vorteil einer mikroskopischen Wurzelbehandlung?
Das OP-Mikroskop ermöglicht eine 25-fache Vergrößerung und Koaxialbeleuchtung — damit werden verborgene Kanäle (z. B. MB2), Risse und Kalzifikationen sichtbar, die ohne Vergrößerung nicht erkennbar sind. Die Erfolgsrate steigt von ca. 70 % (ohne Vergrößerung) auf 90–95 % (mit Mikroskop). Zudem kann unter Mikroskopsicht präziser und gewebeschonender gearbeitet werden.
Wie hoch ist die Erfolgsrate einer Wurzelbehandlung?
Primärbehandlung mit OP-Mikroskop: 90–95 %. Primärbehandlung ohne Vergrößerung: ca. 70 %. Revision mit OP-Mikroskop: 80–85 %. Mikrochirurgische WSR mit MTA: 85–95 %. Diese Werte beziehen sich auf einen Nachbeobachtungszeitraum von mindestens vier Jahren und basieren auf publizierten Studien nach ESE-Leitlinien.
Kann ein toter Zahn im Mund bleiben?
Ja — ein devitaler (abgestorbener) Zahn kann nach erfolgreicher Wurzelbehandlung und dichter Versorgung dauerhaft im Mund verbleiben und seine Kaufunktion erfüllen. Der Zahn ist nicht mehr lebendig, aber trotzdem funktionstüchtig. Regelmäßige Röntgenkontrollen (jährlich) sind wichtig, um eine erneute Infektion frühzeitig zu erkennen.
Was ist eine Wurzelspitzenresektion?
Die Wurzelspitzenresektion (WSR) ist ein mikrochirurgischer Eingriff, bei dem die Wurzelspitze operativ entfernt und der Kanal von apikal (von unten) mit MTA versiegelt wird. Sie kommt in Betracht, wenn eine konventionelle Revision nicht möglich ist — etwa bei einem vorhandenen Stiftaufbau, anatomischen Hindernissen oder einer persistierenden Läsion trotz adäquater Behandlung. Erfolgsrate: 85–95 %.
Wurzelbehandlung oder Implantat — was ist besser?
Wir empfehlen immer, zuerst den natürlichen Zahn zu erhalten. Ein eigener Zahn ist biologisch überlegen: Er erhält den Kieferknochen optimal und erfordert keine Chirurgie. Erst wenn der Zahn trotz Wurzelbehandlung, Revision und WSR nicht erhalten werden kann, ist das Implantat die beste Alternative. Wirtschaftlich ist die Wurzelbehandlung in den meisten Fällen deutlich günstiger (150–600 EUR Zuzahlung vs. 2.000–4.000 EUR für ein Implantat).
Wie lange hält ein wurzelbehandelter Zahn?
Mit einer qualitativ hochwertigen Wurzelfüllung und einer zeitnahen definitiven Restauration (Krone bei Seitenzähnen) halten endodontisch behandelte Zähne in der Mehrzahl der Fälle 10–20+ Jahre — häufig ein Leben lang. Entscheidend sind: dichte koronale Versorgung, gute Mundhygiene, regelmäßige Prophylaxe und jährliche Röntgenkontrolle.
Was ist Vitalerhaltung der Pulpa?
Vitalerhaltung bezeichnet konservative Verfahren, die die lebendige Pulpa erhalten, wenn die Entzündung noch nicht irreversibel ist. Dazu gehören direkte Überkappung (bioaktives Material MTA oder Biodentine direkt auf die Pulpa), indirekte Überkappung (Belassen einer Restschicht kariösen Dentins) und partielle Pulpotomie (Entfernung nur des entzündeten Pulpaanteils). Bei richtiger Indikation kann so eine vollständige Wurzelbehandlung vermieden werden.
Muss nach einer Wurzelbehandlung eine Krone drauf?
Das hängt von der Lage und dem Restzahnbestand ab. Bei Seitenzähnen (Prämolaren, Molaren) empfehlen wir in der Regel eine Vollkeramikkrone, da devitale Zähne spröder sind und ohne Überkuppelung ein erhöhtes Längsriss-Risiko besteht. Bei Frontzähnen genügt häufig eine hochwertige Kompositfüllung oder ein Veneer, sofern ausreichend Zahnsubstanz vorhanden ist.
Was passiert, wenn man eine Wurzelbehandlung nicht macht?
Ohne Behandlung breitet sich die Infektion aus: Es entsteht ein Abszess mit Schwellung und starken Schmerzen, das umgebende Knochengewebe wird zerstört (periapikale Ostitis), und letztlich geht der Zahn verloren. In seltenen schweren Fällen kann sich die Infektion in benachbarte Strukturen ausbreiten (Phlegmone, Mediastinitis) — dies kann lebensbedrohlich sein. Bitte warten Sie bei anhaltenden Symptomen nicht ab.
Warum brauche ich ein DVT vor der Wurzelbehandlung?
Das DVT (Digitale Volumentomographie, 3D-Röntgen) zeigt die exakte Kanalanatomie in drei Dimensionen — Anzahl, Verlauf und Krümmung der Kanäle, die Ausdehnung periapikaler Läsionen und eventuelle Frakturen. Diese Informationen sind besonders bei Molaren mit komplexer Anatomie, bei Revisionen und bei der WSR-Planung unverzichtbar. Für einfache Standardfälle reicht oft ein hochwertiges 2D-Röntgenbild.
Was ist der Unterschied zwischen NiTi-Feilen und Handfeilen?
Nickel-Titan-Feilen (NiTi) sind flexibel, können starke Kanalkrümmungen verfolgen ohne zu begradigen, und werden maschinell mit kontrolliertem Drehmoment eingesetzt — das reduziert das Bruchrisiko erheblich. Handfeilen aus Edelstahl sind steifer und erfordern mehr manuelle Kraft. Wir verwenden ausschließlich NiTi-Einmalfeilen (Single-Use) für maximale Sicherheit und Hygiene.
Kann man während der Schwangerschaft eine Wurzelbehandlung machen?
Ja — eine Wurzelbehandlung in der Schwangerschaft ist sicher und bei akuter Infektion sogar dringend empfohlen. Das zweite Trimester ist der ideale Zeitpunkt (geringste Stresssituation für Mutter und Kind). Wir verwenden bewährte Lokalanästhetika ohne Adrenalin-Überdosierung und machen nur die notwendigsten Röntgenaufnahmen mit Schutzschürze. Informieren Sie uns bitte zu Beginn der Behandlung über Ihre Schwangerschaft.
Wie finde ich einen Endodontie-Spezialisten in München?
Achten Sie auf: OP-Mikroskop als Standard (nicht als Option), spezifische Endodontie-Weiterbildung (Penn Tec2, Diemer Lege artis, DGZ-Curricula), DVT in der Praxis und Kofferdam-Verwendung als Routine. Unsere Praxis an der Oberföhringer Straße 183a in München-Oberföhring erfüllt alle diese Kriterien. Terminanfragen unter 089/95 00 167.
Was ist Kofferdam und warum wird er verwendet?
Der Kofferdam ist ein dünnes Latexgummituch (auch latexfrei erhältlich), das den zu behandelnden Zahn durch ein Loch isoliert und vom Rest der Mundhöhle trennt. Er erfüllt drei Kernfunktionen: steriles Arbeitsfeld (kein Speichelkontakt = kein Keim-Reinfektion der gereinigten Kanäle), Patientenschutz (kein Verschlucken von Spüllösung oder Instrumenten) und Komfort (kein dauerndes Mund-offenhalten). Die ESE erklärt ihn zum Standard — in unserer Praxis ist er bei jeder Wurzelbehandlung obligatorisch.
Ist eine Wurzelbehandlung am Backenzahn schwieriger?
Ja — Unterkiefermolaren haben meist drei bis vier Kanäle, Oberkiefermolaren sogar vier (inklusive des häufig übersehenen MB2-Kanals). Die Kanäle sind oft stark gekrümmt und schwer zugänglich. Gerade deshalb ist das OP-Mikroskop bei Molaren unverzichtbar: Es ermöglicht das sichere Auffinden aller Kanäle und die präzise Aufbereitung auch bei schwieriger Anatomie. Wir behandeln Molaren routinemäßig mit Mikroskop.
Was tun bei Zahnschmerzen nachts — ist eine Notfall-Wurzelbehandlung möglich?
Bei akuten Zahnschmerzen — besonders starkem Spontanschmerz, der nachts zunimmt — kontaktieren Sie uns bitte unter 089/95 00 167. Wir versuchen, Notfallpatienten innerhalb von 24 Stunden zu behandeln. Als Soforthilfe bis zum Termin: Ibuprofen 400–600 mg (sofern keine Kontraindikationen), kühlende Kompressen von außen, aufrechte Schlafposition (Kopf leicht erhöht). Bitte legen Sie keine Wärmeanwendungen direkt auf die Wange — Wärme kann einen Abszess verschlimmern.