Der Sinuslift (auch Sinusbodenelevation oder Sinusbodenaugmentation) ist ein bewährtes chirurgisches Verfahren, bei dem der Boden der Kieferhöhle angehoben und der entstandene Raum mit Knochenaufbaumaterial aufgefüllt wird. Ziel ist es, ausreichend Knochenvolumen im seitlichen Oberkiefer zu schaffen, damit Zahnimplantate sicher und dauerhaft verankert werden können.
Um zu verstehen, warum ein Sinuslift notwendig sein kann, hilft ein Blick auf die Anatomie: Die Kieferhöhle (Sinus maxillaris) ist die größte der Nasennebenhöhlen und liegt direkt oberhalb der Seitenzahnregion des Oberkiefers. Sie ist von einer dünnen Schleimhaut ausgekleidet — der sogenannten Schneider'schen Membran (Membrana Schneideri). Der Kieferknochen zwischen Mundhöhle und Kieferhöhle ist in diesem Bereich oft von Natur aus dünn — bei manchen Patienten beträgt die Knochenhöhe nur wenige Millimeter.
Nach dem Verlust von Seitenzähnen im Oberkiefer setzt ein doppelter Prozess ein: Zum einen baut sich der Kieferknochen ab, weil der Kaubelastungsreiz fehlt (Knochenatrophie). Zum anderen dehnt sich die Kieferhöhle im Laufe des Lebens natürlich aus — ein Vorgang, der als Pneumatisation bezeichnet wird. Beide Faktoren zusammen führen dazu, dass die verbleibende Knochenhöhe für ein Implantat häufig nicht ausreicht.
Für die stabile Verankerung eines Zahnimplantats sind in der Regel mindestens 8–10 mm Knochenhöhe erforderlich. Liegt die vorhandene Knochenhöhe darunter, reicht der Knochen allein nicht aus, um ein Implantat sicher aufzunehmen — und genau hier kommt der Sinuslift ins Spiel. Beim Sinuslift wird die Schneider'sche Membran vorsichtig vom Kieferhöhlenboden abgelöst und nach oben verlagert. In den so entstandenen Hohlraum wird Knochenaufbaumaterial eingebracht — Eigenknochen, Knochenersatzmaterial oder eine Kombination aus beidem. In den folgenden Monaten wird dieses Material vom Körper in belastbaren, eigenen Knochen umgebaut.
Der Sinuslift ist eines der am besten erforschten und erfolgreichsten Verfahren in der dentalen Implantologie. Er wird weltweit seit über 40 Jahren durchgeführt, und mit einer Erfolgsrate von über 95 % gilt er als Goldstandard für den Knochenaufbau im Oberkiefer-Seitenzahnbereich.